Lagebericht
Das Erfolgsmodell der strategischen Diversifikation der Ertragskomponenten hat sich im vergangenen Jahr wiederum bewährt. Im anspruchsvollen Umfeld zeigt die aufgebaute Positionierung mit dem Anlage- und dem Vorsorgegeschäft (Stammhaus und Beteiligungen) auf der einen Seite und dem Kreditgeschäft (Stammhaus) auf der anderen Seite ihre Stärke.
Das Hypothekarvolumenwachstum von CHF 607.2 Mio. wurde im Heimmarkt (CHF 643.6 Mio.) realisiert.
Insgesamt konnten die strategischen Ziele in den Bereichen Produktivität und Rentabilität übertroffen werden. Zudem verfügt die GKB über eine überdurchschnittliche Eigenmitteldeckung, was die aufsichtsrechtlichen Anforderungen anbelangt. Die aufsichtsrechtlichen Möglichkeiten zur Dotierung von Wertberichtigungen und Rückstellungen für inhärente Kreditrisiken werden ebenfalls genutzt. Diese Stossdämpfer verleihen der Bank zusätzliche Stabilität und Sicherheit.
Wirtschaftliches Umfeld 2025
Vor dem Hintergrund einer abnehmenden Inflation (2025: 0.2%, Vorjahr: 1.1%) senkte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins in zwei Schritten von 0.5% auf 0.0%.
Im Berichtsjahr 2025 entwickelte sich die Schweizer Wirtschaft unterdurchschnittlich (BIP: ca. +1.4%). Die geopolitisch fragile Situation stellt weiterhin ein bedeutendes Konjunkturrisiko dar.
Rückblickend auf das Jahr 2025 profitierte die Wirtschaft Graubündens von einer starken Auslastung in der Hotellerie und Parahotellerie – und das nicht nur in der Wintersaison, sondern auch im Sommer. Der Immobilienmarkt erwies sich erneut als äusserst robust und verzeichnete eine ungebrochen hohe Nachfrage nach Wohn- und Ferienimmobilien.
Strategische Entwicklung: Produktivitäts- und Rentabilitätsziele erreicht
Die strategischen Ziele bezüglich Produktivität und Rentabilität wurden übertroffen. Die Produktivität konnte mit einer Cost/Income-Ratio II von 51.4% unter dem strategischen Maximalwert von 55% gehalten werden. Die Ertragsstärke zeigt sich – unter Berücksichtigung der starken Eigenkapitalbasis der GKB – in einer weiterhin hohen Rentabilität (Return on Equity (RoE): 7.6%/-1.0 Prozentpunkte) respektive in einem Economic Profit von 4.2% (-0.7 Prozentpunkte). Das Geschäftsvolumen konnte um CHF 2.7 Mrd. gesteigert werden (Nettoentwicklung CHF -0.2 Mrd.). Die Kundenausleihungen stiegen um CHF 0.5 Mrd. und die Kundenvermögen erhöhten sich um CHF 2.3 Mrd. (Bruttoveränderung inkl. Perfomance bei einem Nettowachstum von CHF -0.7 Mrd.).
Zielerreichung Handlungsfelder
Ziel 2025 | Ist 31.12.2025 | Abweichung Ist zu Ziel 2025 | ||||
Value Management | ||||||
Renditeüberschuss gegenüber Bundesanleihen | 3.0% | 7.2% | +4.2%-Punkte | |||
Marktbearbeitung/Beteiligungen | ||||||
Wachstum Kundenausleihungen 1 | 2.0% | 1.8% | –0.2%-Punkte | |||
Wachstum Kundenvermögen 1 | 2.5% | –1.3% | –3.8%-Punkte | |||
Prozessmanagement | ||||||
Cost/Income-Ratio II 2 | < 55% | 51.4% | –3.6%-Punkte | |||
Risikomanagement | ||||||
Eigenmittelausstattung (CET-1-Ratio) | 17.5% bis 22.5% | 20.0% | in Bandbreite | |||
Sensitivität des Eigenkapitals 3 | –9.0% bis –15.0% | –12.2% | in Bandbreite |
1Netto, um Marktschwankungen und Kapitalerträge bereinigt (Neugeldquote).
2Geschäftsaufwand inklusive Abschreibungen im Verhältnis zum Bruttoertrag.
3Wertveränderung beim Stammhaus bei einem Zinsanstieg von 1.5 Prozentpunkten.
Konzerngewinn: CHF 224.6 Mio. / -2.1 Prozent
Während die operativen Ertragskomponenten im Zins-, Kommissions- und Handelsgeschäft steigen, erhöhen sich die erfolgswirksamen Veränderungen der Wertberichtigungen aus dem Zinsengeschäft (hauptsächlich Risikovorsorge) und Investitionen in die Zukunft. Als Folge davon reduziert sich der Geschäftserfolg um 9.6% auf CHF 229.9 Mio. Die Beteiligungen tragen weiterhin mit einem erfreulichen Gewinnbeitrag von 8.6% zum guten Ergebnis bei. Der Konzerngewinn fällt mit CHF 224.6 Mio. leicht tiefer aus als im Vorjahr (-2.1%).
Der Konzerngewinn vor Reservebildung exklusive Minderheiten liegt bei CHF 216.3 Mio. (Vorjahr: CHF 240.0 Mio.) und zeigt weiterhin eine stabile Wertschöpfung aus Sicht der Investoren und der Öffentlichkeit. Das Ergebnis entspricht einem Gewinn je Partizipationsschein von CHF 86.86 (Vorjahr: CHF 96.35).
Siehe MedienmitteilungEigenkapital: Positionierung als sichere Bank
Die strategisch angestrebte Krisenresistenz der Bank widerspiegelt sich in den vergleichsweise grosszügig bemessenen Stossdämpfern. Das Eigenkapital inklusive Minderheiten bleibt bei CHF 3.0 Mrd. (CHF +10.9 Mio.). Die CET-1-Ratio des Konzerns steigt auf 20.0% (Vorjahr: 18.8%) und liegt damit im strategischen Zielband (17.5 bis 22.5%).
Wertberichtigungen und Rückstellungen: Modell für inhärente Kreditrisiken
Die GKB als Bank der Kategorie 3 bildet wie vorgeschrieben Wertberichtigungen und Rückstellungen für inhärente Kreditrisiken. Die Dotierung erfolgt schrittweise erfolgsneutral zulasten der Reserven für allgemeine Bankrisiken und – bei grösserem Wachstum – über die Erfolgsrechnung. Der Bestand an Wertberichtigungen und Rückstellungen für inhärente Risiken wird im Geschäftsjahr 2025 auf CHF 427.0 Mio. erhöht (Vorjahr: CHF 372.2 Mio.).
Ausschüttungen: Dividende von 47.50 Franken unverändert
Die stabile Wertschöpfung widerspiegelt sich in der Gewinnverwendung des Stammhauses. Die Investorinnen und Investoren erhalten eine gleichbleibende Dividende von CHF 47.50 pro Partizipationsschein (PS). Dem Kanton Graubünden fliessen inklusive Abgeltung der Staatsgarantie CHF 103.6 Mio. zu (Vorjahr: CHF 103.7 Mio.).
Wirtschaft 2026
Das Wirtschaftswachstum der Schweiz wird weiterhin auf tiefem Niveau erwartet (BIP 2026: rund 1.2%). Die Teuerungsrate dürfte auch in den Folgejahren unter dem Zielwert von 2% bleiben.
Das Zinsniveau bleibt voraussichtlich tief. Je nach Prognose werden Leitzinsen um 0% oder sogar unter 0%, das heisst negative Zinsen, erwartet. Die Zinsstrukturkurve bleibt weiterhin flach. Der Aktienmarkt profitiert in diesem Szenario von tiefen Zinsen und ruhigem Fahrwasser; übertriebene Erwartungen bleiben aus.
Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass die Wirtschaft Graubündens weiterhin von einer stabilen und hohen Auslastung in der Hotellerie und Parahotellerie profitieren kann. Auch der Immobilienmarkt dürfte seine Robustheit beibehalten. Diese positiven Rahmenbedingungen schaffen eine solide Grundlage für weiteres wirtschaftliches Wachstum in der Region.
Ausblick 2026
Im skizzierten Umfeld erwartet die GKB einen Konzerngewinn, der knapp auf Vorjahresniveau liegt.
Wachstumsaussichten: Im Vergleich zu den Vorjahren reduziertes Wachstum erwartet
Es wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum im Kanton Graubünden im schweizerischen Vergleich unterdurchschnittlich ausfällt. Die Wettbewerbsintensität bei den Bankdienstleistungen und der Preisdruck bleiben hoch.
In diesem Umfeld rechnet die GKB mit einem durchschnittlichen Wachstum im Bereich der Kundenausleihungen und einem positiven Neugeldzufluss bei den Kundenvermögen.
Risikobeurteilung S&P: «AA/stabil»
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat das ausgezeichnete Rating der GKB bestätigt. Erneut wird die Bank mit der Note «AA/stabil» bewertet. S&P hebt insbesondere die sehr starke Kapitalisierung, die vergleichsweise tiefere Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft sowie die Staatsgarantie hervor.
Finanzen und Risiko: Primat der Existenzsicherung
Das strategische Handlungsfeld Finanzen und Risiko ist für die Bank aufgrund seiner grossen Bedeutung zentral. Die langfristige Existenzsicherung ist als übergeordnetes Ziel definiert. Die Ausrichtung sowie die Strukturen des Risikomanagements finden sich im Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung im Kapitel 3, «Risikomanagement». Der Risikoverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr inkl. Risikotoleranz und die maximale Belastung der einzelnen Risiken finden sich nachfolgend.