Nachhaltigkeitsstrategie und Governance

Nachhaltiges Denken und Handeln ist Teil der konsequenten Umsetzung der Vision und der Strategie der Graubündner Kantonalbank (GKB). Mit klaren Vorgaben bei den Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie fördern wir die Lebensqualität in Graubünden und den Wirtschaftsraum dieser Region. Dabei berücksichtigen wir die Anliegen all unserer Anspruchsgruppen (Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende, Öffentlichkeit und Investoren).

Nebst der langjährigen Kontinuität der finanziellen Stärke, die sich in der robusten Eigenkapitalbasis und den konstanten Dividendenausschüttungen zeigt, sind auch die ökologische und die soziale Dimension für die GKB zentral. Im Jahr 2010 wurden die Metaziele 2025 für den bankeigenen Betrieb festgelegt, die mehrheitlich erreicht wurden. Im Berichtsjahr wurden neue Ziele für die Betriebsökologie bis 2035 ausgearbeitet. Die GKB nimmt ausserdem ihre soziale Verantwortung zur Stärkung der Lebensqualität in Graubünden über verschiedene Aktivitäten und Fördermassnahmen wahr.

Gemäss Gesetz über die Graubündner Kantonalbank und interner Organisation liegt die Verantwortung für die strategischen Tätigkeiten beim Bankrat. Die Gesamtbankstrategie der im Berichtsjahr endenden Strategieperiode 2021–2025 umfasst zehn strategische Handlungsfelder. Eines dieser zehn strategischen Handlungsfelder ist Nachhaltigkeit. Diese ist damit fester Bestandteil der Strategie und ein wesentlicher Faktor für den langfristigen Erfolg der GKB. Das Thema Nachhaltigkeit wurde als Handlungsfeld mit erster Priorität eingestuft.

Wie in den Vorjahren lag das Hauptaugenmerk im Berichtsjahr in der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsansatzes im Finanzierungs- und im Anlagegeschäft. Dazu gehören die Überprüfung und die Erweiterung der Richtlinien und Kriterien für Anlagen und Finanzierungen, die Ausarbeitung eines auf die Kundenbedürfnisse angepassten Produkt- und Dienstleistungsangebots, die notwendigen Anpassungen der Prozesse sowie Schulung und Wissensvermittlung zugunsten der Mitarbeitenden. Im Rahmen des Strategiezyklus 2026–2030 wird die Berichterstattung überprüft und den Anforderungen angepasst. Auf regulatorischer Ebene wird neu das FINMA-Rundschreiben zu naturbezogenen Finanzrisiken umgesetzt, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.

Die GKB räumt den einzelnen Beteiligungen weitgehende Freiheit und Verantwortung für ihre Ausrichtung und ihre Geschäftsstrategie ein. Dies gilt auch im Nachhaltigkeitsbereich. Davon ausgenommen sind rechtliche und regulatorische Anforderungen, welche die GKB-Finanzgruppe als Ganzes erfüllen muss. Das konkrete Vorgehen der Beteiligungen wird jeweils bei den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen dargestellt.

Governance

Der Bankrat ist als oberstes Organ der GKB verantwortlich für die Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsführung, die strategische Ausrichtung, die Risikopolitik der GKB-Finanzgruppe und die reglementarische Grundordnung der Bank – auch in Nachhaltigkeits- und Klimabelangen. Der Bankrat hat seine Aufgaben in Ausschüssen organisiert, die als vorbereitende Gremien fungieren. Was die Nachhaltigkeits- und Klimabelange betrifft, so ist der Strategieausschuss für deren Integration in die strategische Ausrichtung verantwortlich, während der Prüf- und Risikoausschuss die entsprechenden Finanzrisiken zuhanden des Gesamtbankrates vorbereitend behandelt.

Die Geschäftsleitung der GKB ist für die operative Umsetzung der vom Bankrat festgelegten strategischen Ausrichtung sowie der Vorgaben im Hinblick auf Nachhaltigkeits- und Klimabelange in der Bank verantwortlich. Sie trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Risikopolitik. Die Überwachung und Steuerung der Risiken, einschliesslich nachhaltigkeits- und klimabezogener Finanzrisiken, basiert auf dem Drei-Linien-Modell. Die erste Linie umfasst die ertragsorientierten Bereiche. Die zweite Linie besteht aus unabhängigen Kontrollfunktionen, namentlich der Risikokontrolle (Risk Controlling) und der Compliance-Funktion. Die interne Revision bildet die dritte Linie.

Die Geschäftsleitung wird bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, einschliesslich der Klimabelange, von der Fachstelle Nachhaltigkeit unterstützt. Diese übernimmt die Leitung in allen Nachhaltigkeitsthemen und koordiniert die entsprechenden Aktivitäten innerhalb der Bank. Zu ihren Aufgaben gehören die Leitung des Fachausschusses Nachhaltigkeit, die Planung, Umsetzung und Steuerung von Massnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung sowie die Unterstützung der Fachgruppen und Mitarbeitenden bei der Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaziele. Die Fachstelle dient zudem als zentrale Anlaufstelle für operative Fragen und sorgt für eine effektive, transparente Berichterstattung und Kommunikation rund um die Nachhaltigkeitsthemen. Die Fachstelle trägt die Gesamtverantwortung für die Koordination und Umsetzung der finanziellen und nicht-finanziellen Berichterstattung.

Die Fachstelle Nachhaltigkeit leitet den Fachausschuss Nachhaltigkeit, in dem alle Geschäftsbereiche der Bank vertreten sind. Das Gremium sorgt für regelmässigen Austausch zwischen den einzelnen Fachbereichen. Es informiert über rechtliche und regulatorische Entwicklungen in Nachhaltigkeits- und Klimabelangen. Der Fachausschuss unterstützt die Fachstelle Nachhaltigkeit in der Erarbeitung der notwendigen Entscheidungsgrundlagen zuhanden der Geschäftsleitung. Via Fachausschuss Nachhaltigkeit koordiniert die Fachstelle Nachhaltigkeit die Umsetzung der Massnahmen im Bereich Nachhaltigkeit und Klima und überprüft regelmässig die Fortschritte.

Seit diesem Geschäftsjahr erhalten die Geschäftsleitung und der Strategieausschuss des Bankrats zweimal jährlich einen Bericht über den aktuellen Stand der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie inklusive Klimabelangen. Darauf basierend leitet die Geschäftsleitung allfällige Korrektur- und Folgemassnahmen in Nachhaltigkeits- und Klimabelangen ein.

Das Risk Controlling, das vom Chief Risk Officer (CRO) geleitet wird, ist für die Überwachung und die Berichterstattung in Bezug auf alle finanziellen und nicht-finanziellen Risiken verantwortlich. Dabei sorgt es auch dafür, dass klimabezogene Finanzrisiken als Teil des Risikomanagements der GKB berücksichtigt werden. Im Risk Report wird die Risikosituation der Bank quartalsweise der Geschäftsleitung, dem Prüf- und Risikoausschuss sowie dem Bankrat berichtet. Sollte sich die Risikosituation der Bank aussergewöhnlich entwickeln, informiert der CRO die Geschäftsleitung und den Bankrat umgehend.

Die im Kapitel «Corporate Governance» dargestellte Governance-Struktur der GKB-Finanzgruppe gilt auch für alle Nachhaltigkeitsthemen.

Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der Governance-Struktur

Nachhaltigkeitsstrategie

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Graubündner Kantonalbank umfasst die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit. Basierend auf der Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Bank vier strategische Ziele gesetzt:

Im Rahmen des Strategiezyklus 2026–2030 der GKB, wird die Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet werden. So kann sichergestellt werden, dass die Nachhaltigkeitsstrategie optimal auf die Gesamtbankstrategie sowie die laufende Weiterentwicklung der doppelten Materialitätsanalyse abgestimmt ist.

Für die Graubündner Kantonalbank relevante Sustainable Development Goals

Die GKB unterstützt die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), welche von den Vereinten Nationen im Herbst 2015 verabschiedet wurden. Die SDGs definieren die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Meilensteine, die weltweit bis 2030 gemeinsam erreicht werden sollen. Die Bank stellt sich ihrer Verantwortung und hat die Grundlagen geschaffen, um ihr Nachhaltigkeitsmanagement und das Kerngeschäft verstärkt an den SDGs auszurichten.

Die Graubündner Kantonalbank bekennt sich zu allen 17 SDGs. Sie sind für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Für ein fokussiertes Handeln hat der Fachausschuss Nachhaltigkeit die SDGs priorisiert. Die für die GKB zentralen SDGs wurden von der Strategie 2021–2025 und den zehn strategischen Handlungsfeldern abgeleitet. Die Bank hat darauf geachtet, dass die ausgewählten Ziele den ganzheitlichen Ansatz der GKB (ökonomische, ökologische und soziale Dimension) widerspiegeln. Sie hat zudem sichergestellt, dass alle Anspruchsgruppen der GKB (Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende, Öffentlichkeit, Investorinnen und Investoren) berücksichtigt werden.

Die nachfolgende Grafik zeigt die für die GKB relevanten sieben SDGs:

Für die GKB relevante SDGs

Im Folgenden zeigt die GKB auf, wie sie zu den für sie relevanten sieben SDGs beiträgt.

SDG 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.

SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.

SDG 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.

SDG 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.

SDG 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.

SDG 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen.

SDG 13: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

NachhaltigkeitsratingsVorwort