Nachhaltiges Kreditgeschäft
Relevanz des Themas für die GKB und die Beteiligungen
Das Kreditgeschäft bildet hinsichtlich des finanziellen Umfangs und des erzielten Netto-Zinserfolgs das Haupttätigkeitsfeld der GKB. Durch die Vergabe von Hypotheken und Krediten nimmt die Bank unmittelbar Einfluss auf ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen – sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Darüber hinaus verfolgt die GKB das Anliegen, ihre Geschäftskunden aktiv im Transformationsprozess in ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu unterstützen – mittels fachkundiger Beratung sowie durch ein attraktives und zukunftsorientiertes Dienstleistungsangebot.
Die GKB kann im Rahmen ihrer Kreditvergabe zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen. Durch gezielte Finanzierungen fördert sie beispielsweise Bau- und Sanierungsprojekte, die auf eine höhere Energieeffizienz und eine Verbesserung der CO2-Emissionen abzielen. Damit unterstützt die Bank ihre Kundinnen und Kunden aktiv bei der Umsetzung klimafreundlicher Investitionen und trägt zur nachhaltigen Entwicklung des Kantons Graubünden bei. Auch in der Unternehmensfinanzierung setzt die GKB auf die gezielte Förderung ökologisch und sozial verantwortungsvoller Geschäftsaktivitäten. Dazu zählen etwa Investitionen in die Produktion erneuerbarer Energien, in ressourcenschonende Produktionsprozesse sowie in Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert. Gleichzeitig ist sich die GKB ihrer Verantwortung bewusst und lässt in die Kreditprüfung neben den gängigen Faktoren auch Nachhaltigkeitsaspekte einfliessen.
Das Kreditgeschäft ist für die Beteiligungen der GKB-Finanzgruppe von geringer Bedeutung (0.12% der totalen Ausleihungen) und wird entsprechend hier nicht separat aufgeführt. Die publizierten Kennzahlen zeigen die konsolidierte Sicht der GKB-Finanzgruppe.
Ambition der GKB
Da der Gebäudesektor einen wesentlichen Anteil an den nationalen Treibhausgasemissionen hat, misst die GKB der klimafreundlichen Ausrichtung ihres Hypothekargeschäfts eine hohe Relevanz bei. Angesichts des grossen Geschäftsvolumens in diesem Bereich legt die Bank besonderen Wert darauf, ihre Kundinnen und Kunden ganzheitlich zu beraten und für die Bedeutung von Energieeffizienz sowie den langfristigen Erhalt des Immobilienwerts zu sensibilisieren.
Bei der Vergabe von Firmen- und Konsortialkrediten stellt die GKB sicher, dass die geförderten Vorhaben und Investitionen möglichst im Einklang mit ihren Nachhaltigkeitsgrundsätzen und -zielen stehen. Zudem verfolgt die Bank das Ziel, durch ihre Finanzierungstätigkeit einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu leisten – im Einklang mit den Klimaschutzzielen der UN-Klimakonferenz von 2015. Damit unterstützt die GKB das internationale Bestreben, die vom Menschen verursachte Erderwärmung bis 2050 auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Neben ökonomischen Grundsätzen berücksichtigt die Bank bei der Kreditprüfung und -überwachung auch relevante Nachhaltigkeitsaspekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Die Klimaziele im Kreditgeschäft finden sich im «Klimabericht».
Aktuelle Herangehensweise der GKB
Hypothekarberatung und entsprechendes Produktangebot zur Förderung energetischer Sanierungen
In der Beratung zur Immobilienfinanzierung sensibilisiert die GKB insbesondere Eigentümerinnen und Eigentümer von älteren Objekten oder solchen mit Sanierungsbedarf für den langfristigen Werterhalt ihrer Liegenschaft. Die Kundenberaterinnen und Kundenberater weisen auf bestehende Programme, Förderangebote und Anlaufstellen im Bereich energetischer Sanierungen hin. Ziel ist es, das Bewusstsein der Kundschaft für Energieeffizienz und den nachhaltigen Umgang mit Gebäuden zu stärken und so einen Beitrag zur ökologischen Weiterentwicklung des Immobilienbestands zu leisten.
Seit dem Frühjahr 2024 bewertet die GKB zudem alle neu finanzierten Wohnliegenschaften systematisch hinsichtlich ihrer Energieeffizienz und ihres Treibhausgasausstosses. Seit der Einführung dieser energetischen Beurteilung und der strukturierten Datenerfassung zu Beginn des zweiten Quartals 2024 hat die GKB bis zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 6'300 Objekte analysiert. Dies trägt in der Folge zur Verbesserung der Datenqualität bei.
Der Kanton Graubünden hat im Herbst 2021 im Grossen Rat die erste Etappe des Aktionsplans Green Deal beschlossen und unterstützt seither unter anderem energetische Sanierungen im Kanton Graubünden. Im Frühling 2025 wurde die zweite Etappe, die am 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, bewilligt. Gleichzeitig schafft der Kanton zusätzliche Anreize, beispielsweise für neuartige Technologien in der Industrie und im Gewerbe, für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie für den Bau von Solaranlagen, welche die Gebäudedächer optimal nutzen.
Die GKB beschäftigte sich im Berichtsjahr intensiv mit der Operationalisierung ihres wissenschaftsbasierten Absenkpfads. Dazu gehörte die Schaffung einer Definitionsgrundlage, um nachhaltige von nicht nachhaltigen Immobilienobjekten unterscheiden zu können. Mit der Lancierung der neuen GKB Verda-Hypothek per 1. November 2025 machte die GKB ausserdem ein ersten Schritt dazu, ihre Kundinnen und Kunden nicht nur umfassend zum Thema energetische Sanierung zu beraten, sondern ihnen künftig auch attraktive Konditionen für Sanierungsaktivitäten zu offerieren. Weitere Informationen hierzu finden sich im Klimabericht.
Die GKB orientiert sich zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 am Pariser Klimaabkommen als übergeordnetem Ziel. Die THG-Emissionen aus dem Hypothekarportfolio im Wohnbausegment der GKB beliefen sich per Stichtag 30. Juni 2025 auf 237'000 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e). Dies entspricht einem geschätzten Durchschnittswert von 33 kg CO2e pro m2 Energiebezugsfläche (EBF) und pro Jahr (per 30. Juni 2024 lag der Wert bei 35 kg CO2e pro m2 EBF und pro Jahr).
Diese Schätzung – gepaart mit der zentralen Rolle des Hypothekargeschäfts im gesamten Kreditportfolio der GKB – macht deutlich, über welchen Einfluss die Bank verfügt, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Durch die gezielte Finanzierung von energieeffizienten Neubauten und von Sanierungsprojekten, die den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen bestehender Gebäude verringern, leistet die GKB einen wirksamen Beitrag zur Senkung der Emissionen. Die GKB hat einen Absenkpfad im Bereich Wohnimmobilien definiert; dieser sieht vor, dass die GKB ihre Emissionen bis 2030 um 39% senkt (gegenüber dem Basisjahr 2023). Weitere Informationen zu Zielen und Massnahmen finden sich im Klimabericht.
Finanzierung erneuerbarer Energiequellen
Bei der Finanzierung der Produktion erneuerbarer Energie konzentriert sich die GKB auf Kredite für grössere Bündner Kraftwerkgesellschaften, insbesondere für Wasserkraftprojekte. Daneben finanziert die GKB auch Produktionsanlagen im Bereich der Solar- und Windenergie sowie der Fernwärme.
Die GKB finanziert Wasserkraftprojekte in der Schweiz, wobei ökologische Vorgaben, ein anerkanntes Umweltmanagement sowie die IFC-Standards zwingend eingehalten werden müssen. Bei der Windenergie unterstützt sie ausschliesslich Schweizer Onshore-Anlagen sowie innovative Technologien im Bereich der Windkraft. Bei Fernwärme- und Anergiesystemen vergibt die Bank Darlehen für Anlagen zur Produktion und zur Verteilung thermischer Energie, wobei erneuerbare und lokale Ressourcen – insbesondere einheimisches Holz – bevorzugt werden, während fossile Energieträger nur zur Abdeckung von Leistungsspitzen eingesetzt werden dürfen.
Finanzierung des Kreditgeschäfts mittels Emission von Green Bonds
Mit der Lancierung von Green Bonds fördert die GKB zum einen die umweltverträgliche Modernisierung von bestehenden Bündner Stromproduktionsanlagen, die auf erneuerbarer Energie basieren. Zum anderen sollen die Green Bonds dazu beitragen, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Graubünden aufrechtzuerhalten, und einen Beitrag zur indirekten Reduktion der THG-Emissionen leisten. Mit dem Emissionserlös möchte die GKB energieeffiziente Immobilien und die Erzeugung erneuerbarer Energien finanzieren und/oder refinanzieren.
Die Graubündner Kantonalbank erstellt regelmässig, mindestens einmal jährlich, ein aggregiertes Reporting über die Allokation und die Umweltauswirkungen der Green Bonds. Ein unabhängiger externer Prüfer wird beauftragt, die Allokation der Darlehen der GKB zu überprüfen und einen jährlichen Bericht über die Einhaltung der Kriterien aller emittierten Green Bonds der GKB zu erstellen. Zur Refinanzierung von Krediten, die sowohl die Finanzierung erneuerbarer Energiequellen als auch Projekte im Bereich der Energieeffizienz von Eigenheimen einschliessen, hat die GKB in den Jahren 2021, 2022 und 2025 drei Green Bonds mit einem Emissionsvolumen von total CHF 500 Mio. lanciert.
Die von der GKB durch die drei erwähnten Green Bonds finanzierten Gebäude umfassen 718 Eigenheime. Die Differenz an jährlichen THG-Emissionen zwischen den finanzierten Objekten und den Referenzobjekten wird auf 405 Tonnen CO2e pro Jahr geschätzt.
Mit den Green Bonds werden nicht nur besonders klimafreundliche Gebäude, sondern auch Wasserkraftwerke finanziert, die zusammen eine mittlere jährliche Produktionserwartung von 2'380 GWh Wasserstrom haben. Im Vergleich zum Schweizer Strommix entsteht dabei ein geringerer CO2-Ausstoss (Differenz von 59'000 Tonnen CO2e pro Jahr). Der dem Green Bond anrechenbare Anteil beträgt bei den THG-Emissionen 18% bzw. 10'546 Tonnen CO2e.
Die detaillierte Berichterstattung erfolgt im jährlichen Green Bond Reporting, jeweils per 30. Juni. Der zuletzt im Oktober 2025 veröffentlichte Report ist auf der Website verfügbar.
Finanzierung von Start-ups mit nachhaltigen, innovativen Produktlösungen
Bezüglich der Finanzierung von Start-ups mit nachhaltigen, innovativen Produktlösungen engagiert sich die GKB als Stifterin über die Bündner Stiftung INNOZET. Zusätzlich zur Einlage von Stiftungskapital stellt die GKB auch die Geschäftsstelle der Stiftung, die eingehende Finanzierungsgesuche prüft, diese zur Präsentation vorbereitet und dem Stiftungsrat zur Beurteilung vorlegt. INNOZET fördert nachhaltig plausible Geschäftsideen mit Schwerpunkt Technologie und Tourismus von Bündner Unternehmen in der Entwicklungs- und Startphase. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Kanton Graubünden ist nebst dem Wertschöpfungs- und Innovationspotenzial eine der wesentlichen Voraussetzungen. INNOZET leistet finanzielle Unterstützung in Form von Aktienbeteiligungen oder Darlehen zu marktüblichen Konditionen und steht den Unternehmen mit ihrem Beziehungsnetz in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zur Seite. Auch wird der Austausch mit anderen Start-up-Institutionen im Kanton Graubünden gepflegt.
In den vergangenen Jahren wurden insgesamt 65 Gesuche von Bündner Jungunternehmen beurteilt, wovon 11 Projekte finanziell unterstützt werden, fünf davon weisen einen direkten Nachhaltigkeitsbezug auf.
Nachhaltigkeit im Firmenkundengeschäft
Das Firmenkundenkreditgeschäft der Graubündner Kantonalbank ist in der Regel auf lokale, im Kanton ansässige Kundschaft ausgerichtet. Aufgrund ihrer lokalen Verankerung hat die Bank direkten Einblick in das Geschäftsgebaren ihrer im Kanton ansässigen kleineren und mittleren Firmenkunden und kann somit die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen und so auch der in der Schweizer Bundesverfassung verankerten Menschenrechte vergleichsweise gut einschätzen. Entsprechend enthalten die Kreditverträge der GKB aufgrund der fehlenden Notwendigkeit keine spezifischen Anforderungen betreffend Einhaltung der Menschenrechte. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Kreditexposition nach Branchen.
Branchenübersicht Ausleihungen
Stand per 31.12.2025 (konsolidiert, nach Verrechnung Wertberichtigungen)
2025 | 2024 | 2023 | ||||
in CHF 1'000 | in CHF 1'000 | in CHF 1'000 | ||||
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | 216'387 | 204'428 | 199'763 | |||
Bergbau; Gewinnung von Steinen und Erden | 14'852 | 15'107 | 15'820 | |||
Verarbeitendes Gewerbe; Herstellung von Waren | 615'097 | 691'149 | 715'375 | |||
Energie- und Wasserversorgung | 714'195 | 670'971 | 625'356 | |||
Baugewerbe | 332'257 | 335'690 | 311'352 | |||
Handel und Reparatur von Automobilen | 121'076 | 124'965 | 126'398 | |||
Gross- und Detailhandel | 244'961 | 275'400 | 279'131 | |||
Verkehr und Lagerei | 364'506 | 355'976 | 296'762 | |||
Gastgewerbe | 873'263 | 879'969 | 843'973 | |||
Information und Kommunikation | 40'904 | 56'270 | 53'662 | |||
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | 2'234'788 | 2'507'081 | 2'819'160 | |||
Immobilienwesen | 3'661'646 | 3'582'495 | 3'425'031 | |||
Dienstleistungen | 433'357 | 443'546 | 469'580 | |||
Öffentliche Verwaltung; Unterrichtswesen | 195'370 | 205'528 | 184'507 | |||
Gesundheits- und Sozialwesen | 357'362 | 381'601 | 390'775 | |||
Total Firmenkundengeschäft | 10'420'0251 | 10'730'1752 | 10'756'645 | |||
Private Haushalte | 14'638'128 | 13'957'356 | 13'206'783 | |||
Total Ausleihungen | 25'058'153 | 24'687'530 | 23'963'428 |
1Davon 77% gedeckt
2Davon 76% gedeckt
Zusammensetzung des Firmenkundengeschäfts per 31.12.2025
Nach Grösse der Unternehmen (konsolidiert, nach Verrechnung Wertberichtigungen)
2025 | 2024 | 2023 | ||||||||||
in CHF 1'000 | Anzahl Unternehmen | in CHF 1'000 | Anzahl Unternehmen | in CHF 1'000 | Anzahl Unternehmen | |||||||
1 - 9 Beschäftigte | 4'408'323 | 2'581 | 4'290'931 | 2'595 | 5'011'622 | 2'363 | ||||||
10 - 49 Beschäftigte | 2'165'713 | 480 | 2'372'218 | 491 | 2'346'307 | 516 | ||||||
50 - 249 Beschäftigte | 946'313 | 110 | 1'047'590 | 106 | 1'092'159 | 122 | ||||||
≥ 250 Beschäftigte | 1'655'318 | 103 | 1'583'369 | 115 | 1'511'136 | 105 | ||||||
ohne Angaben | 1'244'358 | 1'142 | 1'436'066 | 1'240 | 795'421 | 1'403 | ||||||
Total Firmenkundenkreditgeschäft | 10'420'025 | 4'416 | 10'730'175 | 4'547 | 10'756'645 | 4'509 | ||||||
Seit 2021 führt die GKB im Rahmen ihrer Kreditpolitik bei der Vergabe von Grosskunden- und Konsortialkrediten sowie bei der jährlichen Überprüfung eine Bewertung der Sozial-, Umwelt- und Governancerisiken durch. Bei Konsortialkrediten liegt das Domizil des Kreditnehmers bzw. dessen Konzernzentrale in der Regel ausserhalb des Kantons Graubünden. Das Domizil muss jedoch in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland oder Österreich liegen. Nachstehend folgen die Nachhaltigkeitskriterien für die Kreditvergabe an Gross- und Konsortialkunden. Das KMU-Kreditgeschäft ist von diesen Kriterien ausgenommen (siehe unten).
- Ausschluss umstrittener Wirtschaftssektoren: Die GKB schliesst Kredite an Unternehmen aus, die an der Herstellung umstrittener Waffen beteiligt oder im Kohlebergbau tätig sind. Auch Firmen, die Strom aus Kraftwerkskohle oder unkonventionellem Öl und Gas produzieren, sind von der Kreditvergabe ausgeschlossen. Darüber hinaus werden Prozentschwellen für Unternehmen festgelegt, die einen bestimmten Teil ihres Umsatzes durch konventionelle Waffen (Schwellenwert ≥ 15 %), Tabak (≥ 15%), Pornografie (≥ 5%) oder Glücksspiele1 (≥ 20%) erzielen. Wenn der Umsatz eines Unternehmens aus diesen Aktivitäten die angegebenen Schwellenwerte überschreitet, erhält das Unternehmen grundsätzlich keinen Kredit. Ebenfalls keine Kredite werden an Unternehmen, die über Kraftwerkskohlereserven verfügen, gewährt.
- Ausschluss umstrittener Geschäftspraktiken: Wenn ein Unternehmen gegen geltende UN-Konventionen oder -Standards (zum Beispiel im Bereich Menschenrechte und Korruption) verstösst, erhält es keinen Kredit, bis es die internationalen Standards wieder erfüllt. Als Kriterium der Beurteilung dienen die sogenannten «Red Flags» von MSCI, einer der weltweit grössten ESG-Ratingagenturen. Eine «Red Flag» von MSCI zeigt an, dass das entsprechende Unternehmen in eine oder mehrere sehr ernste Kontroversen rund um seine Geschäftspraktiken verwickelt ist.
- Ausschluss von ESG-Laggards: Ein zusätzliches Kriterium für die Kreditvergabe ist der Ausschluss von Unternehmen mit sehr hohen ESG-Risiken. Dabei stützt sich die Bank auf MSCI-Ratings. Unternehmen, die von MSCI ESG mit einem ESG-Rating von «CCC» oder «B» bewertet werden, werden als «Laggard» bezeichnet und sind von der Kreditvergabe der GKB ausgeschlossen.
1 Nicht ausgeschlossen werden Unternehmen, die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft konzessioniert wurden.
Die Ausschlusskriterien werden laufend überprüft und gemäss gängigen Marktstandards weiterentwickelt. Im Jahr 2025 hat die GKB die Ausschlusskriterien im Bereich fossiler Energieträger weiter präzisiert und verschärft. Ziel dieser Anpassungen ist es, die Klimaverträglichkeit des Kreditgeschäfts zu erhöhen und die Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens weiter zu stärken. Neu sind Unternehmen, die an der Förderung von Thermalkohle beteiligt sind, von der Kreditvergabe ausgeschlossen. Zuvor lag der Schwellenwert bei einem Umsatzanteil von ≥ 5%. Ebenso werden Unternehmen mit Thermalkohlereserven nicht mehr berücksichtigt. Die bisherige Grenze von über 1 Mrd. Tonnen entfällt. Auch bei der Verstromung von Thermalkohle wurde die bisherige Umsatzschwelle von ≥ 15% aufgehoben, sodass ein vollständiger Ausschluss erfolgt. Gleiches gilt für Unternehmen, die Umsätze aus unkonventioneller Öl- und Gasförderung erzielen. Hier wurde der bisherige Schwellenwert von ≥ 5% auf 0% reduziert.
Die Risikopolitik der GKB sieht vor, dass das Volumen der Ausleihungen an Grosskunden und Konsortialkunden, welche die genannten drei Nachhaltigkeitskriterien verletzen, 1% der gesamten Kundenausleihungslimiten nicht überschreiten darf. Finanzierungen zugunsten von Tochterunternehmen von grundsätzlich auszuschliessenden Konzernen, die nachhaltige Güter produzieren bzw. fördern, gehen nicht zulasten der Toleranzlimite. Sollte die Toleranzlimite überschritten werden, werden Massnahmen für eine möglichst rasche Wiedereinhaltung der Toleranzlimite ergriffen.
Die interne Überprüfung des gesamten bestehenden Kreditportfolios der GKB mit Grosskunden und Konsortialkreditnehmern ergab (Datenstand: 30. Juni 2025) Folgendes: Weder Grosskunden noch Konsortialkreditnehmer im Portfolio der GKB wiesen 2025 eine «Red Flag» auf. Zwei Kredite wurden an Kunden in einem Geschäftsfeld gesprochen, das grundsätzlich mit einem Ausschlusskriterium versehen ist. Zudem wiesen drei Schuldscheindarlehenspositionen das MSCI ESG-Rating «B» auf. Insgesamt bewegt sich die GKB aber weiterhin deutlich innerhalb der definierten Toleranzlimiten.
Die aktuelle Kreditpolitik im Geschäft mit kleineren und mittleren Firmenkunden sieht vor, dass die Bank den Kreditzweck immer kennen muss. Die Kreditpolitik sieht ausserdem bei der Kreditprüfung und -überwachung vor, dass neben ökonomischen Faktoren auch relevante Nachhaltigkeitsaspekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung gewürdigt werden.
Die GKB sieht sich im KMU-Geschäft weiterhin als Partnerin im Transformationsprozess. 2025 hat sie deshalb den Nachhaltigkeitscheck eingeführt. Damit bietet die GKB ihren Kundinnen und Kunden ein praxisorientiertes Instrument, das sie auf ihrem Weg in eine nachhaltigere Zukunft optimal unterstützt. Das digitale Tool ermöglicht es KMU, den aktuellen Stand ihrer Nachhaltigkeitsleistung strukturiert zu erfassen, zu bewerten und konkrete Handlungsfelder zu identifizieren. Dabei werden ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermassen berücksichtigt – von Energie- und Ressourceneffizienz über Personalmanagement und Unternehmensführung bis hin zu regionaler Wertschöpfung. Die Einführung dieses Tools erfolgte vor dem Hintergrund einer wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung. Regulatorische Anforderungen, veränderte Kundenerwartungen sowie zunehmender Druck entlang der Lieferketten führen dazu, dass sich auch kleinere und mittlere Betriebe intensiver mit ökologischen und sozialen Themen auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig verfügen viele KMU über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen, was die Entwicklung einer systematischen Nachhaltigkeitsstrategie erschwert. Mit dem Nachhaltigkeitscheck stellt die GKB deshalb ein einfach zugängliches, digitales Instrument bereit, das einen niederschwelligen Einstieg in das Thema ermöglicht und Unternehmen dabei unterstützt, die eigene Positionierung zu verstehen und weiterzuentwickeln. Das Angebot trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der KMU zu sichern, Innovationspotenziale zu fördern und die Resilienz gegenüber künftigen wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zu erhöhen.
Das Kreditportfolio der GKB ist stark im Heimkanton verankert. Mit Finanzierungen in anderen Regionen der Schweiz erfolgt eine gewisse regionale Diversifizierung.
Geografische Verteilung der Ausleihungen per 31.12.2025
Aufteilung nach Grossregionen (konsolidiert, nach Verrechnung Wertberichtigungen)
2025 | 2024 | 2023 | ||||
in CHF 1'000 | in CHF 1'000 | in CHF 1'000 | ||||
Graubünden | 17'429'724 | 16'859'422 | 16'165'024 | |||
Zürich | 2'873'836 | 2'931'678 | 2'852'639 | |||
Nordwestschweiz | 1'156'115 | 1'151'615 | 1'041'302 | |||
Ostschweiz (ohne Graubünden) | 1'037'288 | 1'060'494 | 1'206'783 | |||
Espace Mittelland | 794'775 | 825'182 | 867'433 | |||
Zentralschweiz | 692'306 | 706'392 | 623'250 | |||
Ausland | 496'731 | 558'996 | 626'332 | |||
Tessin | 317'875 | 308'106 | 290'870 | |||
Genferseeregion | 259'502 | 285'644 | 289'795 | |||
Total Ausleihungen | 25'058'153 | 24'687'530 | 23'963'428 |
Der Bezugsraum für die Einteilung in die verschiedenen Regionen wurde basierend auf den vom Bundesamt für Statistik definierten Grossregionen vorgenommen. Für grundpfandgedeckte Finanzierungen ist das Objektdomizil relevant, für alle anderen Deckungen ist das Domizil des Sicherheitengebers relevant. Hypotheken werden nur mit Objektdomizil Schweiz finanziert. Bei den Auslandfinanzierungen handelt es sich um kurant gedeckte oder ungedeckte Kredite an Schuldner mit Kundendomizil ausserhalb der Schweiz.
Aus- und Weiterbildung
Alle bestehenden und neuen in die Kreditvergabe involvierten Mitarbeitenden der GKB werden laufend in der Anwendung der aktuell gültigen Richtlinien und Reglemente im Kreditgeschäft geschult. Zur Qualitätssicherung und Professionalisierung in der Kundenberatung werden seit 2018 alle Kundenberaterinnen und Kundenberater der GKB systematisch weitergebildet und nach dem nationalen Standard «CertKB» der Interessengemeinschaft der Kantonalbanken zertifiziert. Teil der Schulungen, der Zertifizierung und der Rezertifizierung (mindestens alle drei Jahre) ist auch die Kreditpolitik. In diesem Rahmen werden die Kundenberaterinnen und Kundenberater bei Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeitsstrategie der Schweiz, des Kantons Graubünden und der GKB sowie der Transition in eine CO2-ärmere Wirtschaft weitergebildet.
Im Berichtsjahr 2025 investierte die GKB zusätzlich in die Kompetenz ihrer Hypothekarberaterinnen und -berater. Anlass dafür war die Einführung der neuen GKB Verda-Hypothek, die Kundinnen und Kunden bei energieeffizienten und klimafreundlichen Sanierungsvorhaben unterstützt. Die Schulung umfasste drei zentrale Teile: die Grundlagen des Absenkpfads der GKB für Treibhausgasemissionen und die daraus resultierenden Auswirkungen, die aktuelle Kreditpolitik der GKB, insbesondere ihre Ausrichtung an Nachhaltigkeitszielen und den relevanten Kriterien bei der Kreditvergabe, sowie abschliessend eine vertiefte Einführung in das Produkt- und Beratungsangebot der GKB Verda-Hypothek, insbesondere die Anwendung in der täglichen Beratungspraxis. Die umfassende Schulung stärkt die Beratungskompetenz der Mitarbeitenden mit Kundenkontakt in den Bereichen Energieeffizienz, Klimaverträglichkeit und nachhaltige Immobilienfinanzierung.
Weiterentwicklung und nächste Schritte
In Zukunft sollen in der Vergabe- und Preispolitik des Hypothekargeschäfts auch die Klimarisiken, soweit möglich und sinnvoll, erfasst und berücksichtigt werden. 2026 wird dabei die Umsetzung des neuen FINMA-Rundschreibens 2026/1 «Naturbezogene Finanzrisiken» einen zentralen Schwerpunkt bilden. Ziel des Rundschreibens ist es, sicherzustellen, dass die klimabezogenen und die anderen naturbedingten Risiken in sämtlichen relevanten Geschäftsprozessen systematisch erfasst, bewertet und gesteuert werden. Für die GKB bedeutet dies, dass bestehende Prozesse, Instrumente und Datenstrukturen überprüft und weiterentwickelt werden müssen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration naturbezogener Risiken in die Kreditpolitik und das Risikomanagement. Dabei sollen unter anderem Aspekte wie Energieeffizienz, Emissionsintensität, physische Klimarisiken sowie Übergangsrisiken infolge regulatorischer oder marktwirtschaftlicher Veränderungen in die Kreditbeurteilung einbezogen werden. Weiter sollen Szenarioanalysen und Stresstests aufgebaut werden, um die Auswirkungen unterschiedlicher Klimaszenarien auf das Hypothekarportfolio der Bank modellieren und steuern zu können.
Im Firmenkundenkreditgeschäft wird die GKB 2026 die Verbreitung und die Nutzung des Nachhaltigkeitschecks durch KMU weiter fördern. Durch gezielte Beratung, Informationsveranstaltungen und Kooperationen mit regionalen Partnern sollen weitere Unternehmen für die Nutzung des Tools gewonnen werden. Damit möchte die GKB ihre Kundinnen und Kunden dabei unterstützen, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie zu verankern und konkrete Handlungsfelder zu identifizieren. Die GKB wird die Nachhaltigkeitschecks soweit zulässig systematisch auswerten, um branchenspezifische Muster und Bedürfnisse zu erkennen und ihre Beratungsleistungen weiter zu optimieren. Auf diese Weise kann die Bank Unternehmen gezielt dort unterstützen, wo der Hebel für eine nachhaltige Wirkung gross ist.
Darüber hinaus plant die Bank, die bestehende Produkt- und Dienstleistungspalette im Bereich nachhaltiger Finanzierungen zu überprüfen und gezielt weiterzuentwickeln. Im Fokus steht dabei die Frage, ob zusätzliche Finanzierungsinstrumente – beispielsweise Sustainability-Linked Loans oder Sustainability Bonds – in das Angebot aufgenommen werden sollen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Firmenkunden gerecht zu werden und nachhaltige Investitionen noch stärker zu fördern.