Nachhaltiges Anlagegeschäft
Relevanz des Themas für die GKB und die Beteiligungen
Das Anlagegeschäft hat für die Graubündner Kantonalbank und ihre Beteiligungen hohe strategische Bedeutung. Es umfasst die treuhänderische Verwaltung von Kundengeldern sowie Anlageentscheide, welche die Kundinnen und Kunden selbständig oder auf Empfehlung treffen. Diese Aktivitäten können wesentliche Auswirkungen auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben.
In einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaft ist die Integration von ESG-Aspekten (Umwelt, Soziales und Governance) in Anlageentscheide unverzichtbar. Das Ignorieren solcher Faktoren birgt finanzielle und reputationsbezogene Risiken und führt zu verpassten Chancen, etwa bei Investitionen in klimafreundliche oder sozialverantwortliche Geschäftsmodelle. Für Finanzinstitute besteht daher ein Anreiz, Nachhaltigkeit systematisch in Anlageprozesse zu integrieren.
Die Schweizer Finanzbranche steht unter wachsendem gesellschaftlichem und politischem Druck, Verantwortung über den reinen Ertrag hinaus zu übernehmen. Politik, Aufsicht und Öffentlichkeit erwarten, dass Banken mit ihren Anlage- und Finanzierungstätigkeiten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Diese Erwartung spiegelt sich in gesetzlichen und selbstregulatorischen Vorgaben wie dem Gesetz über die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Belangen (KIG/KIV), den Sustainable-Finance-Regelungen von SBVg und AMAS sowie den FINMA-Erwartungen zu naturbezogenen Finanzrisiken wider. Sie fördern Transparenz, ESG-Integration und Offenlegung relevanter Informationen.
Kundinnen und Kunden legen Wert auf Anlagen, die ihren ethischen, ökologischen und gesellschaftlichen Werten entsprechen. Glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien, transparente Kommunikation und regelmässiges Reporting werden zu zentralen Differenzierungsmerkmalen. Die gezielte Erfassung von Nachhaltigkeitspräferenzen ermöglicht es der GKB, Beratung und Produkte auszurichten, die Kundenbindung zu stärken und sich als verantwortungsvolle Anbieterin nachhaltiger Anlagen zu positionieren.
Nachhaltigkeitsrisiken – insbesondere Klimarisiken – sind heute als finanzielle Risiken anerkannt. Physische Ereignisse oder regulatorische Anpassungen können ganze Branchen beeinflussen. Eine frühzeitige Erkennung solcher Risiken stärkt die Stabilität des Geschäftsmodells und eröffnet neue Chancen. Auch die aktive Wahrnehmung von Eigentümerrechten gewinnt an Bedeutung: Durch Stimmrechtsausübung und Dialog mit Unternehmen fördert die GKB verantwortungsvolle Unternehmensführung und erhöht ihre Glaubwürdigkeit.
Nachhaltiges Anlegen ist für die GKB nicht nur gesellschaftliche Verpflichtung, sondern geschäftskritische Notwendigkeit. Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten stärkt das Risikomanagement, eröffnet Wachstumspotenziale, entspricht Kundenbedürfnissen, erhöht die Kundenloyalität und sichert regulatorische Konformität. Damit positioniert sich die GKB als verantwortungsvolle Akteurin im Schweizer Finanzmarkt, die Nachhaltigkeit als langfristigen Werttreiber versteht.
Ambition der GKB
Die GKB versteht Nachhaltigkeit im Anlageprozess als die Integration ökologischer, sozialer und unternehmensführungsbezogener Kriterien (Environmental, Social, Governance – ESG) in Kombination mit bewährten traditionellen Anlageansätzen. ESG-Kriterien dienen dabei nicht nur der Identifikation und der Steuerung relevanter Risiken, sondern auch der Erschliessung langfristiger Chancen im Sinne einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Kapitalanlage. Die Bank strebt an, mit ihren Aktivitäten im Anlagegeschäft einen Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten.
Die GKB bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Kapitalallokation, die auf langfristige Wertschöpfung und positive Wirkungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt abzielt. Durch eine klare Nachhaltigkeitsgovernance, die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und die konsequente Integration von ESG-Kriterien in den Anlageprozess will die Bank nicht nur Risiken minimieren, sondern auch ihren aktiven Beitrag zur Transformation der Realwirtschaft leisten. Damit erfüllt sie die Erwartungen von Gesellschaft, Politik und Aufsichtsbehörden und positioniert sich als glaubwürdige, verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Anbieterin nachhaltiger Finanzlösungen.
Die Klimaziele im Anlagegeschäft finden sich im «Klimabericht».
Aktuelle Herangehensweise der GKB
Seit 2020 sind Anlagelösungen und -produkte mit Nachhaltigkeitsbezug ein integraler Bestandteil des Anlagegeschäfts der GKB. Im Einklang mit ihrer Mitgliedschaft bei der Organisation Principles for Responsible Investment (UN PRI) verpflichtet sich die Bank, ökologische, soziale und unternehmensführungsbezogene Kriterien systematisch in ihre Anlageentscheide und Eigentümeraktivitäten zu integrieren, Transparenz zu gewährleisten und regelmässig über Fortschritte zu berichten.
Die nachhaltigen Anlagelösungen der Bank erfüllen die Anforderungen der Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) sowie der Asset Management Association Switzerland (AMAS). Der Anlageprozess zielt darauf ab, Rendite und Risiko optimal zu kombinieren und gleichzeitig ökologische und soziale Merkmale zu fördern. Die Bank verfolgt dabei ein Verträglichkeitsziel auf Basis des Best-in-Class-Ansatzes.
Die Nachhaltigkeitspolitik orientiert sich zudem an den sechs Prinzipien der UN PRI sowie an internationalen Normen und Standards wie dem UN Global Compact, den ILO-Kernarbeitsnormen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Globale Zielsetzungen wie das Pariser Klimaabkommen und das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) dienen als Referenzrahmen für die Priorisierung der Anlagestrategien.
Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie ist in internen Richtlinien, Prozessen und Verantwortlichkeiten verankert. Die GKB Sustainable Investment Policy für nachhaltiges Anlegen der Bank stellt sicher, dass die ESG-Kriterien in allen relevanten Anlage- und Entscheidungsprozessen berücksichtigt und laufend weiterentwickelt werden.
Im Sinne der Transparenz legt die GKB grossen Wert auf eine nachvollziehbare Berichterstattung über ESG-Merkmale und Wirkungen ihrer nachhaltigen Anlagelösungen. Sie orientiert sich dabei an anerkannten Offenlegungsstandards, um Vergleichbarkeit zu fördern und Vertrauen bei Kundinnen und Kunden zu schaffen.
Umgang mit Nachhaltigkeitschancen und -risiken bei Anlageentscheiden und -beratung
Die GKB setzt nachhaltiges Investieren im Anlagegeschäft ganzheitlich und systematisch um. Ziel ist es, ökologische, soziale und unternehmensführungsbezogene Aspekte, soweit möglich und sinnvoll, als integralen Bestandteil der Anlageanalyse, der Entscheidungsfindung und der laufenden Überwachung zu verankern. So werden Nachhaltigkeitschancen gezielt genutzt und Nachhaltigkeitsrisiken gesteuert, um eine langfristig verantwortungsvolle Wertschöpfung für Kundinnen und Kunden zu ermöglichen.
Die nachhaltige Anlagepolitik der GKB basiert auf einem klar strukturierten Ansatz mit vier zentralen Säulen: Ausschlüsse, ESG-Integration, Best-in-Class/Positive Screening und Stewardship. Diese Elemente ergänzen sich gegenseitig und bilden den Rahmen zur Umsetzung des Verträglichkeitsziels der Bank.
- Ausschlüsse: Investitionen in Unternehmen oder Sektoren, die gegen internationale Normen oder Standards verstossen (zum Beispiel UN Global Compact, ILO-Kernarbeitsnormen), werden ausgeschlossen.
- ESG-Integration: Nachhaltigkeitsfaktoren werden systematisch in die Finanzanalyse und die Portfoliokonstruktion einbezogen, um Risiken und Chancen besser zu bewerten.
- Best-in-Class/Positive Screening: Bevorzugt werden Emittenten, die innerhalb ihrer Branche führend in Bezug auf ESG-Kriterien sind.
- Stewardship: Die GKB nimmt ihre Eigentümerrechte aktiv wahr, übt Stimmrechte aus und sucht den Dialog mit Unternehmen, um nachhaltige Unternehmenspraktiken zu fördern.
Zur Umsetzung dieser Grundsätze sind interne Richtlinien, Prozesse und Verantwortlichkeiten klar definiert. Nachhaltigkeits- und Klimarisiken werden in die Risikoanalyse und -steuerung integriert.
Die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kundinnen und Kunden werden systematisch erfragt, dokumentiert und bei der Beratung berücksichtigt. Die Kundenbedürfnisse bilden einen zentralen Treiber für die Weiterentwicklung bestehender und neuer Produkte. Die Anlageberaterinnen und -berater werden regelmässig zum Thema nachhaltiges Investieren im Allgemeinen und spezifisch zur Sustainable Investment Policy geschult.
Darüber hinaus legt die GKB grossen Wert auf eine klare und transparente Berichterstattung über die ESG-Leistungen ihrer Anlagefonds und Kundenportfolios. Der aktive Dialog mit den Unternehmen und den Anbietern von Drittfonds ist ebenso zentral wie die konsequente Ausübung der Eigentümerrechte.
Mit dieser ganzheitlichen Herangehensweise integriert die Bank Nachhaltigkeitsaspekte auf allen Stufen des Anlageprozesses – von der Analyse über die Investitionsentscheidung bis hin zur aktiven Eigentümerrolle – und trägt zu einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Finanzmarktentwicklung bei. Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsansatz im Anlagegeschäft finden sich auf gkb.ch/anlegen-nachhaltigkeit sowie in der GKB Sustainable Investment Policy, die auf der Website der GKB zu finden ist.
Nachhaltigkeitsbeurteilung bei Unternehmen und Anleiheemittenten
Die GKB bewertet Nachhaltigkeitsaspekte von Unternehmen und Anleiheemittenten anhand eines dreistufigen Prozesses. Dabei kommen etablierte Ansätze wie Ausschlüsse, Best-in-Class/Positive Screening, ESG-Integration, Stewardship und Themenanlagen zur Anwendung.
- Ausschlüsse:
Im ersten Schritt werden Investitionen in Unternehmen oder Staaten ausgeschlossen, die grundlegende Mindeststandards verletzen oder in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind. Dazu gehören unter anderem kontroverse Waffen und Tabakproduktion. Ergänzend gelten Schwellenwerte für weitere sensible Sektoren wie Kohle, konventionelle Waffen oder Glücksspiel. Grundlage bilden internationale Normen wie der UN Global Compact, die OECD-Leitsätze und die ILO-Kernarbeitsnormen. Die Ausschlusskriterien werden regelmässig überprüft und auf der Website der Bank veröffentlicht. - Positive Screening/Best-in-Class:
Im zweiten Schritt werden Emittenten nach ihrer Nachhaltigkeitsleistung bewertet. Bevorzugt werden Unternehmen und Staaten mit soliden ESG-Ratings. Durch das Positive Screening wird sichergestellt, dass überwiegend Emittenten in das nachhaltige Anlageuniversum aufgenommen werden, die im Branchenvergleich ein mindestens durchschnittliches Management finanziell wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen aufweisen. In Ausnahmefällen können auch Emittenten mit unterdurchschnittlicher ESG-Bewertung berücksichtigt werden, beispielsweise zur Steuerung des Tracking Errors bei Indexschwergewichten oder wenn ein aktiver Dialog zur Verbesserung der ESG-Praxis besteht. Entscheidend ist, dass auf Portfolioebene der definierte Mindest-ESG-Score im Sinne des Nachhaltigkeitsziels erreicht wird. - ESG-Integration:
Im dritten Schritt werden ESG-Kriterien in die Finanzanalyse integriert. Dabei kombiniert die Bank bei Aktien und Anleihen ökonomische Kennzahlen mit ESG-Ratings und zusätzlichen quantitativen und qualitativen Informationen, um Chancen und Risiken umfassender zu beurteilen. Die Bank verwendet mehrheitlich ESG-Daten und -Analysen von MSCI ESG Research LLC (MSCI ESG), insbesondere aufgrund der breiten Marktabdeckung der ESG-Ratings über Anlageklassen und Regionen hinweg. Die Nutzung von MSCI ESG-Daten trägt dazu bei, ESG-Risiken systematisch und nachvollziehbar in die Finanzanalyse zu integrieren und die Vergleichbarkeit gegenüber Kunden, Pensionskassen und Peers sicherzustellen.
Die Sustainable Investment Policy der Bank umfasst die Beurteilung von kotierten Aktienunternehmen, Anleiheemittenten und physischem Gold. Andere Anlageklassen, etwa Derivate, werden als nicht bewertet eingestuft und haben einen vernachlässigbaren Anteil an den Investmentaktivitäten der Bank. Emittenten ohne ESG-Rating sind grundsätzlich aus dem nachhaltigen Anlageuniversum ausgeschlossen; für ausgewählte inländische Anleihen kann im Rahmen definierter Kriterien eine Ausnahme gelten.
Nachhaltigkeitsbeurteilung bei Anlagefonds von Drittanbietern
Die Einschätzung der Nachhaltigkeitsaspekte von Anlageprodukten Dritter erfolgt anhand eines quantitativen und qualitativen Analyseprozesses. Geprüft wird, ob der Nachhaltigkeitsansatz eines Fonds die regulatorischen Anforderungen erfüllt und mit dem ESG-Verständnis der GKB übereinstimmt. Dabei stützt sich die Bank auf öffentlich verfügbare Informationen, Angaben der Asset Manager sowie auf Daten externer Anbieter wie MSCI ESG.
Da die Ausschlusskriterien der GKB für Direktanlagen nicht vollständig auf Fonds übertragbar sind, beurteilt die Bank bei Drittprodukten insbesondere den Umgang mit kontroversen Geschäftsaktivitäten und die Einhaltung internationaler Normen. Fonds werden nur berücksichtigt, wenn sie keine übermässigen Engagements in kontroversen Themenfeldern aufweisen und über Prozesse verfügen, um Verstösse gegen den UN Global Compact oder schwerwiegende Kontroversen zu erkennen und zu adressieren.
Diese Prüfung ist Teil der ESG-Analyse und wird im Rahmen eines laufenden Monitorings regelmässig überprüft. Zudem pflegt die GKB einen aktiven Dialog mit den Asset Managern, um eine wirksame Umsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien sicherzustellen.
Das nachhaltige Anlagekonzept der GKB berücksichtigt bei Drittfonds die Anlagekategorien Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold und Private Markets. Andere Anlageklassen gelten als nicht bewertet und spielen eine untergeordnete Rolle.
Grundsätzlich basieren Vermögensverwaltung und Anlageberatung der GKB auf dem nachhaltigen Anlageuniversum. Fehlen für spezifische Kundenbedürfnisse geeignete nachhaltige Produkte, können ausnahmsweise Fonds ohne Nachhaltigkeitsbezug eingesetzt werden. Solche Anlagen werden klar als Investments ohne Nachhaltigkeitsbezug klassifiziert.
Engagement in Verbänden und Initiativen
Die GKB engagiert sich in führenden Organisationen und Nachhaltigkeitsinitiativen der Schweiz wie dem Verband Swiss Sustainable Finance (SSF), der Asset Management Association Switzerland (AMAS) und dem Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB), um auf bessere branchenweite ESG-Praktiken hinzuwirken. Weitere Informationen finden sich im Kapitel «Mitgliedschaften in Verbänden und Organisationen».
Anlage- und Vorsorgelösungen
Die GKB bietet ihren Kundinnen und Kunden eine umfassende Palette an nachhaltigen Anlage- und Vorsorgelösungen, die sich an der Sustainable Investment Policy ausrichten, an. Diese beschreibt im Detail die angewandten Nachhaltigkeitsansätze, die konkreten Ausschlusskriterien sowie die Ausgestaltung des Best-in-Class-Ansatzes. Die Sustainable Investment Policy basiert auf dem Grundsatz, dass Anlageentscheidungen durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbewertungen verbessert werden, die auf dem Prinzip der doppelten Materialität beruhen.
Die Nachhaltigkeitsprüfung und -bewertung erfolgt bei Direktanlagen durch die unabhängige Ratingagentur MSCI ESG, bei Kollektivanlagen durch die GKB unter Einbezug von ESG-Daten von MSCI ESG sowie weiterer von der Bank ermittelter Informationen.
Heute ist die Fondspalette der GKB – mit Ausnahme weniger Produkte – vollständig auf die Sustainable Investment Policy ausgerichtet. Dies gilt ebenso für die Angebotspalette der Vermögensverwaltungsmandate. Bei Anlageberatungslösungen, bei denen die Kundinnen und Kunden die Anlageentscheide selbst treffen, werden in den Anlageempfehlungen und den Musterportfolios ausschliesslich Finanzinstrumente berücksichtigt, die den Nachhaltigkeitskriterien gemäss der Sustainable Investment Policy entsprechen.
Beratungskundinnen und -kunden mit einer Nachhaltigkeitspräferenz erhalten auf Wunsch ein umfassendes Nachhaltigkeitsreporting als Bestandteil ihres Vermögensausweises. Bei Vermögensverwaltungsmandaten wird das ESG-Reporting standardmässig zugestellt. Das Nachhaltigkeitsreporting informiert über Nachhaltigkeitsratings, Klimaausrichtung und kontroverse Geschäftspraktiken der investierten Emittenten. Für die nachhaltigen Fonds der Bank werden diese Indikatoren zudem in einem monatlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht transparent offengelegt.
Weiterentwicklung und nächste Schritte
Weiterentwicklung des nachhaltigen Anlagekonzepts
Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsausrichtung des Anlagegeschäfts der GKB standen im Berichtsjahr die Schärfung der Nachhaltigkeitsvision für das Anlagegeschäft sowie die Umsetzung der angepassten Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Asset Management Association Switzerland. Unter Einbezug externer Fachpersonen setzten sich das Investment Center und die Nachhaltigkeitsspezialistinnen und -spezialisten der Bank in mehreren Workshops vertieft mit der Thematik auseinander.
Einheitliches Nachhaltigkeitsziel definiert
Ein besonderer Fokus lag auf der Definition eines einheitlichen Nachhaltigkeitsziels für die als nachhaltig klassifizierten Anlagelösungen und -produkte der Bank: Dieses ist als Verträglichkeitsziel im Sinne der Schweizer Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen ausgestaltet und wird anhand eines definierten Referenzrahmens und Messindikators (Portfolio-ESG-Score) periodisch verbindlich überwacht. Der Referenzrahmen stützt sich auf ESG-Daten von MSCI ab. Ziel ist, dass bei den nachhaltigen Anlagefonds und den standardisierten Vermögensverwaltungsmandat-Lösungen der Bank der ESG-Score auf Portfolioebene über dem jeweiligen Benchmarkwert liegt.
Innerhalb der standardisierten Vermögensverwaltungslösungen und bei den eigenen Fonds hatte die Bank bereits im Vorjahr festgelegt, dass mindestens zwei Drittel des Vermögens in Anlagen investiert werden, die den Vorgaben der Sustainable Investment Policy der Bank entsprechen. Im Berichtsjahr 2025 wurde dieses Verträglichkeitsziel auf mindestens 70% erhöht. Ausserdem wurde festgelegt, dass das Verträglichkeitsziel künftig für sämtliche nachhaltigen Anlagelösungen und -produkte der Bank gilt. Dies unterstreicht den Anspruch, den Anteil nachhaltiger Anlagen schrittweise weiter zu erhöhen. Ausserdem verpflichtet sich die Bank damit, nicht nur finanziell wesentliche Risiken zu berücksichtigen, sondern auch ökologische und soziale Merkmale gezielt zu fördern.
In Ausnahmefällen können künftig Emittenten, die von MSCI als «Laggards» (Nachzügler) eingestuft werden, in begrenztem Umfang in das nachhaltige Anlageuniversum aufgenommen werden. Eine Berücksichtigung solcher Titel erfolgt nur, wenn diese Investments beispielsweise dazu dienen, die Nachbildung der relevanten Marktstruktur sicherzustellen und damit den Tracking Error zu begrenzen, oder wenn ein aktiver Dialog zur Verbesserung der ESG-Praxis besteht. Entscheidend ist, dass auf Portfolioebene der definierte Mindest-ESG-Score im Sinne des Verträglichkeitsziels erreicht wird.
Ausschlusskriterien unverändert
Im Berichtsjahr wurden die bestehenden Ausschlusskriterien wiederum überprüft, aber es wurden keine Anpassungen vorgenommen. Die aktuell gültigen Ausschlusskriterien sind auf der Website der GKB veröffentlicht.
Selektionsprozess für Drittfonds angepasst
Im Rahmen der Selektion von Drittfonds hat die GKB ebenfalls Anpassungen vorgenommen, da die Schweizer Selbstregulierungen für nachhaltige Finanzanlagen strengere Anforderungen notwendig gemacht haben. Die Anpassungen umfassen eine Ausweitung des qualitativen Selektionsprozesses unter Einbezug eines detaillierteren ESG-Fragebogens. Damit wird sichergestellt, dass nur jene Drittfonds in das nachhaltige Anlageuniversum aufgenommen werden, die in ihren Grundsätzen dem Verträglichkeitsziel der GKB entsprechen. Fonds, die ausschliesslich auf Ausschlusskriterien und/oder ESG-Integration setzen, kommen damit für eine Aufnahme in Portfolios der GKB nicht mehr infrage. Eine Ausnahme bilden passive Fonds auf Teilsegmente, für die derzeit noch keine geeigneten nachhaltigen Indexfonds verfügbar sind, die dem Ansatz der GKB entsprechen.
Grundsätze für Stewardship-Aktivitäten festgelegt
Seit Juli 2024 stützt sich die Bank bei ihren Engagement-Aktivitäten auf die Dienstleistungen von Ethos Services SA ab, die im Namen der GKB den Dialog mit Unternehmen zu Themen wie Klimaschutz, Biodiversität, Arbeitsbedingungen, Menschenrechten und Corporate Governance führt. Zudem ist die Bank seit über einem Jahr Mitglied der Investoreninitiative Climate Action 100+. Mit der Erarbeitung einer eigenen Stewardship Policy definierte die Bank die Grundsätze zur Ausübung von Stimmrechten und Engagement-Prozessen. Damit wird sichergestellt, dass die Eigentümerverantwortung künftig systematisch wahrgenommen und transparent offengelegt wird.
Integration von ESG-Daten in Systeme und Analysetools vorbereitet
Im Berichtsjahr wurden wichtige Entscheide zur Integration von ESG-Daten in die bankinternen Systeme und Analysetools getroffen und die erforderlichen finanziellen Mittel bereitgestellt. Damit schafft die Bank die Grundlage, um ESG-Aspekte künftig noch systematischer analysieren und noch konsequenter in die Anlageentscheide einbeziehen zu können. Im Vordergrund stehen dabei Themen wie die Portfoliosteuerung entlang finanzieller und nichtfinanzieller Kriterien, das Risikomanagement, das Controlling sowie das Nachhaltigkeitsreporting. Die Implementierung der neuen Systeme und Tools ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
ESG-Reportings für Kundinnen und Kunden weiterentwickelt
Darüber hinaus hat die Bank im Berichtsjahr ein standardisiertes ESG-Reporting im Vermögensausweis entwickelt, das ab dem Jahr 2026 standardmässig für Kundinnen und Kunden mit einem Vermögensverwaltungsmandat verfügbar sein wird. Das Reporting wird zudem interessierten Beratungskundinnen und -kunden zur Verfügung gestellt werden.
Für Schweizer Pensionskassen mit Vermögensverwaltungsmandaten hat die Bank im Berichtsjahr bereits zum zweiten Mal ein ESG-Reporting gemäss den Standards des Schweizerischen Pensionskassenverbands (ASIP) erstellt. Darüber hinaus unterstützte die GKB interessierte Pensionskassen bei Schulungen ihrer Stiftungsräte sowie bei der Entwicklung nachhaltiger Anlagekonzepte.
Die geplante Offenlegung der Swiss Climate Scores für erste GKB Fonds wurde aufgeschoben. Einerseits werden seit 2024 Nachhaltigkeitsberichte aller GKB Fonds öffentlich zugänglich gemacht, andererseits wurde im Berichtsjahr der Ausbau der Systeme und der Analysetools priorisiert.
Zweiter UN PRI-Transparenzbericht eingereicht
Mit der Unterzeichnung der sechs Prinzipien der UN PRI hat sich die Bank verpflichtet, jährlich über ihre verantwortungsvollen Anlageaktivitäten zu berichten. Der zweite PRI-Transparenzbericht wurde im Berichtsjahr eingereicht.
Umstellung des Angebots physischer Goldbarren eingeleitet
Die im Vorjahr angekündigte Umstellung des Angebots an physischen Goldbarren (1 g bis 1'000 g) auf ausschliesslich nachhaltiges Gold – etwa Max Havelaar Fairtrade Gold oder Valcambi Green Gold – konnte im Berichtsjahr noch nicht abgeschlossen werden. Die dafür notwendigen internen Abklärungen und Verhandlungen mit externen Partnern im Goldhandel erwiesen sich als komplexer und zeitintensiver als erwartet. Die Umstellung soll 2026 abgeschlossen werden.
Eigene Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug
Die GKB bewirtschaftet als Asset Manager nachhaltige Fonds im Umfang von rund CHF 4.4 Mrd. Für die nachhaltigen GKB Fonds mit Domizil Schweiz gelten die Vorgaben der Selbstregulierung Sustainable Finance der AMAS. Diese Fonds verfolgen spätestens ab dem 31. März 2026 das Verträglichkeitsziel der GKB entlang des Best-in-Class-Ansatzes.
Die nachhaltigen GKB Fonds mit Domizil Luxemburg sind gemäss der EU-Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) als Artikel-8-Produkte klassifiziert und fördern im Rahmen ihrer Anlagestrategie ökologische und soziale Merkmale. Diese Fonds sind in verschiedenen europäischen Märkten zum Vertrieb zugelassen.
Vermögensverwaltungsmandate mit und ohne Nachhaltigkeitsbezug
Die Graubündner Kantonalbank bietet in ihrer Vermögensverwaltung unterschiedliche Vermögensverwaltungsmandate an, die sich in ihrer ESG-Ausprägung unterscheiden. Die Mehrheit der standardisierten Mandatslösungen wird ab dem 1. Januar 2026 im Sinne der Schweizer Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen der SBVg als nachhaltig klassifiziert. Dazu zählen beispielsweise die standardisierten Vermögensverwaltungslösungen «GKB Premium-Mandat», «GKB Basis-Mandat» und «GKB Passiv-Mandat» sowie die Anlagelösung «GKB Sparplan». Diese Vermögensverwaltungs- und Anlagelösungen verfolgen das von der GKB als Verträglichkeitsziel einheitlich definierte Nachhaltigkeitsziel. Mandatslösungen ohne Nachhaltigkeitsbezug stellen eine Minderheit dar und werden angeboten, sofern ein entsprechendes übergeordnetes Kundenbedürfnis besteht.
Per Ende 2025 betrug der Anteil des Volumens der standardisierten Vermögensverwaltungsmandate, die gemäss Schweizer Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen von der GKB als nachhaltig klassifiziert werden, insgesamt 99.2%.
Im Weiteren bietet die Bank ihrer Kundschaft ab einem Anlagevolumen von CHF 3 Mio. individuelle Mandatslösungen wie beispielsweise «GKB Exklusiv-Mandate» oder «GKB Individual-Mandate» an. Grundsätzlich setzt die GKB bei solchen Mandaten die individuellen Nachhaltigkeitsvorgaben um, die zwischen der Kundin bzw. dem Kunden und der Bank vertraglich vereinbart wurden. Ohne anderslautende Instruktionen der Kundin bzw. des Kunden werden Mandate mit individuellen Kundenvorgaben gemäss Nachhaltigkeitsvorgaben für GKB Premium-Mandate bewirtschaftet.
Anlagelösungen mit Nachhaltigkeitsbezug für Vorsorgegelder (Freizügigkeit und Säule 3a)
In Kombination mit einem Vorsorgekonto 3a bietet die GKB auch entsprechende nachhaltige Anlagelösungen an. Im Fokus stehen die eigenen aktiv verwalteten nachhaltigen Vorsorge- und Strategiefonds. Daneben bietet die Bank ihrer Kundschaft Vorsorgeprodukte von Drittanbietern an; diese sind jedoch mehrheitlich passiv ausgerichtet und werden deshalb mehrheitlich nicht nachhaltig verwaltet. Innerhalb der Vorsorgegelder betrug der Anteil der ESG-konformen Anlagen 91.6% per Ende 2025.
Einbezug von ESG-Aspekten in der Anlageberatung
In der Anlageberatung offeriert die GKB ihrer Kundschaft sowohl traditionelle Anlagelösungen als auch ESG-Anlagelösungen. Eine Klassifizierung als ESG-Anlagelösung erfolgt ausschliesslich bei Anlagelösungen mit einem vorgegebenen ESG-Profil («ESG» oder «ESG Plus»). Bei Wahl des ESG-Profils «Neutral» handelt es sich um eine traditionelle Anlagelösung ohne Nachhaltigkeits- oder ESG-Zielsetzung.
Anlagelösungen mit einer ESG-Zielsetzung berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte systematisch im Anlageprozess und gelten als ESG-Anlagelösungen. Sie berücksichtigen ESG-Kriterien in der Analyse und in der Portfoliokonstruktion, soweit möglich und sinnvoll, jedoch ohne ein eigenständiges Nachhaltigkeitsziel zu verfolgen. Damit gelten die ESG-Anlagelösungen der GKB nicht als nachhaltige Anlagelösungen im regulatorischen Verständnis, da sie primär ein finanzielles Anlageziel verfolgen und keine Verträglichkeits- oder Beitragsziele im Zusammenhang mit spezifischen Nachhaltigkeitsthemen beinhalten.
Traditionelle Anlagelösungen verfolgen keine verbindliche Nachhaltigkeits- oder ESG-Zielsetzung; Anlageentscheide erfolgen primär auf Basis finanzieller Kriterien wie Rendite, Risiko und Liquidität. Im Rahmen der Umsetzung können punktuell Anlageinstrumente eingesetzt werden, die auf Produktebene begrenzte Ausschlusskriterien anwenden oder einzelne ESG-Aspekte berücksichtigen, ohne dass daraus eine ESG- oder Nachhaltigkeitsausrichtung der Anlagelösung abgeleitet wird.
Gleichzeitig stellt die Bank sicher, dass bei Anlageempfehlungen und Musterportfolios nach Möglichkeit Finanzinstrumente berücksichtigt werden, die den Nachhaltigkeitskriterien der GKB entsprechen. Die ESG-Präferenzen der Kundinnen und Kunden werden systematisch erfasst und in der Beratung berücksichtigt. Bei Kundinnen und Kunden mit der Präferenz «ESG» stellt die Bank sicher, dass das Portfolio ein ESG-Rating von mindestens «A» erreicht, während bei der Präferenz «ESG Plus» ein Rating von mindestens «AA» angestrebt wird. Kundinnen und Kunden treffen ihre Anlageentscheide im Rahmen der Beratung eigenständig, wobei ESG-Aspekte als integraler Bestandteil der Beratung und der Produktselektion einfliessen.
Per Ende 2025 waren die Beratungsportfolios zu 64.1% in ESG-konformen und zu 16.3% in nicht ESG-konformen Anlagen investiert. Die restlichen 19.6% entfallen auf Anlagekategorien, die weder von MSCI ESG noch von der GKB hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekten bewertet werden – ein Grossteil davon betrifft Immobilien. Solche Anlagen werden von der Bank nur dann klassifiziert, wenn sie Teil ihrer Empfehlungsliste sind.
Bei der Beurteilung von ESG-Konformität stützt sich die Bank im Beratungsgeschäft auf Daten von MSCI ESG. Dabei ist zu beachten, dass eine Einstufung als ESG-konform nicht automatisch bedeutet, dass die Anlage gemäss der Sustainable Investment Policy als nachhaltig gilt. Während bei Direktanlagen eine inhaltliche Übereinstimmung besteht, fehlt bei kollektiven Anlagen (Fonds) die qualitative Beurteilung des Nachhaltigkeitsansatzes und der Nachhaltigkeitskompetenz des jeweiligen Asset Managers. Die ESG-Klassifizierung der Fonds basiert ausschliesslich auf dem Nachweis, dass der Fonds über eine ESG-Policy verfügt. Ob diese Policy die Anforderungen der Schweizer Selbstregulierung für nachhaltige Finanzanlagen (AMAS/SBVg) erfüllt, wird im Rahmen dieser quantitativen Einstufung nicht geprüft. Entsprechend ist eine Aussage über die Nachhaltigkeit im regulatorischen Sinn auf dieser Grundlage nicht möglich.
Volumen und Entwicklung der ESG- und nachhaltigen Anlagelösungen und Fonds
2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | ||||||
Eigene Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug1 | ||||||||||
Volumen (Mio. CHF) | 4'390 | 3'808 | 3'083 | 2'877 | 3'119 | |||||
Anteil am Total der GKB-Fonds | 99.2% | 100% | 100% | 100% | 100% | |||||
Standardisierte, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Vermögensverwaltungsmandate2 | ||||||||||
Anzahl Mandate | 16'005 | 14'082 | 12'872 | 12'081 | 10'413 | |||||
Volumen (Mio. CHF) | 3'328 | 2'917 | 2'537 | 2'392 | 2'616 | |||||
Anteil am Total der Standard-Mandate (in %) | 99.9%5 | 99.8%5 | 99.6% | 99.4% | 99.2% | |||||
Exklusive-Mandate mit Nachhaltigkeitsbezug3 | ||||||||||
Anzahl Mandate | 57 | 59 | 55 | 57 | 59 | |||||
Volumen (Mio. CHF) | 293 | 322 | 281 | 331 | 390 | |||||
Anteil am Total der Exklusiv-Mandate (in %) | 80.8%5 | 92.5%5 | 100% | 100% | 100% | |||||
Individual-Mandate für Institutionelle mit Nachhaltigkeitsbezug3 | ||||||||||
Anzahl Mandate | 58 | 49 | 65 | 67 | k.A. | |||||
Volumen (Mio. CHF) | 1'946 | 1'110 | 1'760 | 1'640 | k.A. | |||||
Anteil am Total der Individualmandate für Institutionelle (in %) | 71.9%5 | 52.2%5 | 100% | 100% | k.A. | |||||
Beratungsmandate4 | ||||||||||
Anteil ESG-konforme Anlagen (nachhaltige Anlagen) | 64.1% | 68.2% | k.A. | k.A. | k.A. | |||||
Anteil nicht ESG-konforme Anlagen (nicht nachhaltige Anlagen) | 16.3% | 13.1% | k.A. | k.A. | k.A. | |||||
Anteil nicht bewertete Anlagen | 19.6% | 18.7% | k.A. | k.A. | k.A. |
199.2% der AUM der eigenen Fonds verfolgen eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie und erfüllen die Kriterien für nachhaltige Finanzanlagen als Kollektivvermögen mit Nachhaltigkeitsbezug.
299.9% der AuM der standardisierten Vermögensverwaltungslösungen entfallen auf Mandate, die als nachhaltige Anlagelösungen klassifiziert sind. Die Bank richtet ihr standardisiertes Vermögensverwaltungsangebot grundsätzlich nachhaltig aus. Mandatslösungen ohne Nachhaltigkeitsbezug sind die Ausnahme und werden nur umgesetzt, wenn dies dem ausdrücklichen Kundenbedarf entspricht.
380.8% der AuM der Exklusiv-Mandate bzw. 71.9% der AuM der Individualmandate für institutionelle Anleger verfolgen eine Nachhaltigkeitsstrategie und qualifizieren sich als ESG-Anlagelösungen. Diese Mandatslösungen verfolgen kein explizites Nachhaltigkeitsziel.
4Bei Beratungsmandaten kann die Bank den Anlageentscheid nur indirekt beeinflussen. Der Fokus der Beratungsaktivität der Bank liegt auf einem Anlageuniversum, das die Nachhaltigkeitsanforderungen der Bank erfüllt.
5Im Jahr 2024 hat die Bank die Methode zur Klassifizierung von Anlagelösungen mit Nachhaltigkeitsbezug an die Vorgaben der Richtlinien für die Finanzdienstleister zum Einbezug von ESG-Präferenzen und ESG-Risiken und zur Prävention von Greenwashing bei der Anlageberatung und Vermögensverwaltung angepasst. Deshalb sind die Zahlen ab 2024 nicht mit den Zahlen vor 2024 vergleichbar.
Eigene Gelder und berufliche Vorsorge der Bank
Die GKB orientiert sich bei ihren bankeigenen Anlagen an nachhaltigen Grundsätzen und berücksichtigt ökologische, soziale und unternehmensführungsbezogene Kriterien. Die Grundlage dafür bildet die für das Anlagegeschäft gültige Sustainable Investment Policy der Bank.
Seit dem Geschäftsjahr 2024 erfasst und bewertet die Bank jährlich die finanzierten Emissionen innerhalb der bankeigenen Anlagen (vgl. Klimabericht). Damit schafft die GKB die Basis, um künftig klimabezogene Risiken und Dekarbonisierungsziele systematisch zu steuern und die Emissionen im Einklang mit der Ambition Netto-Null 2050 entlang eines noch zu definierenden Absenkungspfads schrittweise zu reduzieren.
Bei der Bewirtschaftung des Vorsorgevermögens der eigenen beruflichen Vorsorge werden ebenfalls ESG-Kriterien berücksichtigt. Der Fokus liegt derzeit auf der Integration von Klimarisiken und der Erarbeitung eines Absenkungspfads. Diese Themen werden in den kommenden Jahren vertieft analysiert und – wo sinnvoll – schrittweise in der Bewirtschaftung des Vermögens der eigenen beruflichen Vorsorge umgesetzt.
Aus- und Weiterbildung
Im Berichtsjahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung klimarelevanter Aspekte im Zusammenhang mit der Umsetzung nachhaltiger Anlagelösungen. Es wurden Schulungen mit Fokus auf klimarelevante Themenfelder für die Kundenberatenden in den Regionen durchgeführt. Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde aufgezeigt, wodurch sich sogenannte «Climate Leaders» auszeichnen und wie diese im Rahmen des Analyseprozesses gezielt identifiziert werden können.
Nächste Schritte
Auch im Jahr 2026 wird die GKB ihre Nachhaltigkeitsstrategie im Anlagegeschäft gezielt weiterentwickeln – mit den Schwerpunkten technologische Integration, Klimarisiken und -chancen sowie Stewardship.
Es sollen neue Analysetools und Systeme eingeführt werden, welche die Grundlage für eine durchgängig integrierte Umsetzung von nachhaltigen Anlagelösungen schaffen – von der ESG-Analyse über das Risikomanagement und die Portfoliokonstruktion bis hin zum Reporting. Die technologische Integration ermöglicht eine präzisere Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken, eine gezieltere Steuerung der Portfolios sowie eine verbesserte Transparenz gegenüber Kundinnen und Kunden.
Für die Mehrheit der GKB Anleihe- und Aktienfonds sollen Klimarisiken und -chancen nach Möglichkeit systematisch erfasst und differenzierter in Anlageentscheidungen einbezogen werden. Künftig soll bevorzugt in Unternehmen, die sich zu einem Netto-Null-Ziel bis 2050 bekennen und über wissenschaftsbasierte Transitionspläne verfügen, investiert werden. Die Beurteilung stützt sich vornehmlich auf Klimadaten von MSCI ESG, ergänzt durch qualitative Analysen zur Einschätzung von Transformationsfortschritten und Übergangsrisiken.
Die GKB Stewardship Policy soll insbesondere um Themenfelder mit Bezug zu Netto-Null erweitert werden. Ergänzend dazu wird das Angebot an nachhaltigen Anlageprodukten und -lösungen einer tiefgehenden Überprüfung unterzogen.
Aktuelle Herangehensweise der Beteiligungen
Diskretionäre Vermögensverwaltungsmandate für Privatkunden und institutionelle Anleger stehen im Zentrum des Angebots der Albin Kistler AG. Albin Kistler arbeitet im Anlageprozess sowohl mit ESG-Ausschlusskriterien als auch mit Positive Screening. Nachhaltigkeitskriterien werden im Rahmen des systematischen Anlageprozesses durch Ausschluss von kontroversen Industrien, Geschäftstätigkeiten oder Produktkategorien sowie in Form einer Nachhaltigkeitsanalyse bei den Anlageentscheiden berücksichtigt. Die Ausschlusskriterien von Albin Kistler sind grundsätzlich vergleichbar mit denjenigen des ESG-Ansatzes der GKB, im Detail aber leicht anders. Bei ihrer Analyse stützt sich auch Albin Kistler auf Daten von MSCI ESG und betreibt darauf aufbauend eine interne Nachhaltigkeitsanalyse der im Anlageuniversum vertretenen Titel. Weitere Informationen finden sich auf der Website.
Die Albin Kistler AG ist Mitglied der AMAS und unterliegt deren Selbstregulierung zu Transparenz und Offenlegung bei Kollektivvermögen mit Nachhaltigkeitsbezug. Im Sinne der Entwicklung dieser AMAS-Richtlinien wird sich Albin Kistler im Jahr 2026 weiter mit der strategischen Nachhaltigkeitsausrichtung auseinandersetzen.
Die BZ Bank Aktiengesellschaft ist auf den Handel mit Beteiligungspapieren und die Beratung im Bereich Aktienanlagen und Beteiligungsnahmen spezialisiert. Die Selektion der Investments erfolgt auf Basis des wirtschaftlichen Erfolges. Die ESG-Kriterien spielen im Anlage- und Beratungsprozess der BZ Bank keine eigenständige Rolle.
Die Privatbank Bellerive AG (PBB) will ihren Kundinnen und Kunden eine attraktive, langfristige, risikobereinigte Performance bieten und ist auf aktiv verwaltete Aktienportfolios spezialisiert. Das Angebot der Bank beschränkt sich auf die massgeschneiderte Vermögensverwaltung für Privatkunden mit neutraler ESG-Präferenz. Die Mandatsbewirtschaftung erfolgt aufgrund eines einheitlichen, für alle Kunden geltenden ESG-Ansatzes, bei dem ESG-Faktoren ein standardmässig integrierter Bestandteil des Anlageprozesses sind. Im Rahmen des mehrstufigen Anlageprozesses analysieren die Anlagespezialisten der Privatbank in einem ersten Schritt attraktiv bewertete Titel mit dem Ziel, globale Marktführer mit stabilem Ertragsfluss und hohem organischem Wachstum zu identifizieren. Dieser erste Schritt besteht aus verschiedenen qualitativen und quantitativen Filtern. Das so ermittelte Aktienuniversum durchläuft in einem zweiten Schritt einen ESG-Filter, basierend auf der MSCI-ESG-Rating-Methodik. Die Bank investiert nur in Titel mit einem MSCI-ESG-Rating von mindestens «BBB». Titel mit einem tieferen ESG-Rating werden verkauft, es sei denn, das Anlagekomitee der Bank begründet und bewilligt das Halten der Titel. Kunden, die ihre Anlagen bezüglich ESG strenger bewirtschaftet haben möchten, können dies im Rahmen entsprechender kundenspezifischer Restriktionen im Vermögensverwaltungsvertrag festhalten.
Im Jahr 2026 ist eine vertiefte Analyse der MSCI ESG-Faktoren geplant, und die Resultate sollen den Mitarbeitenden in Form einer Schulung vermittelt werden. Damit soll das ESG-Know-how in der PBB gestärkt und weiterentwickelt werden. Im Weiteren strebt die PBB einen Ausbau des Angebots von Valcambi Green Gold an. Umgesetzt wird dies durch den «Swiss Rock Gold Nachhaltig ETF». Dadurch soll der Anteil von «Green Gold» am Gesamtbestand an Gold erhöht werden.