Übergeordnete Netto-Null-Ziele
Sowohl die Schweiz als auch der Kanton Graubünden haben sich in ihren Klimastrategien dazu verpflichtet, bis 2050 Netto-Null zu erreichen. Auch die GKB verfolgt dieses Ziel mit ihrer Nachhaltigkeits- und Klimastrategie: Bis 2050 plant sie, ihre betrieblichen und finanzierten THG-Emissionen in den Scopes 1 bis 3 auf Netto-Null zu reduzieren. Bei der Festlegung ihrer Klimaziele orientierte sich die GKB an der vom Bundesrat verabschiedeten Klimastrategie. Daraus hat die GKB Messgrössen, sogenannte «Key Performance Indicators» (KPI), abgeleitet und operative Ziele sowie Massnahmen definiert.
Um ihre THG-Emissionen zu erheben, orientiert sich die GKB am Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) und publiziert die Ergebnisse jährlich im Klimabericht. Das GHG Protocol ist in Zusammenarbeit zwischen dem World Resources Institute und dem World Business Council for Sustainable Development entstanden und legt die globalen Bilanzierungs- und Berichterstattungsstandards für die Messung und Verwaltung von THG-Emissionen fest.
Das Kernstück des GHG Protocol bildet eine Definition der verschiedenen Emissionsquellen, für die Unternehmen verantwortlich sind. Diese werden in drei Scopes eingeteilt:
Die GKB hat wissenschaftsbasierte Ziele zur Reduzierung der THG-Emissionen erarbeitet, wobei eine Einschätzung vorgenommen wurde, inwieweit diese Ziele realistisch und erreichbar sind. Die Reduktionsziele sind ehrgeizig gesetzt, aber nach aktuellem Wissensstand grundsätzlich umsetzbar. Eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen des Netto-Null-Ziels bis 2050 ist jedoch, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die THG-Emissionen in der Gesamtwirtschaft entsprechend den gesetzten Ambitionen sinken können. Weiter ist im Bereich der sogenannten Scope-3-THG-Emissionen die aktive Mitwirkung der Kundinnen und Kunden zentral. Die GKB überwacht die Entwicklung der festgelegten Zielwerte sowie mögliche Abweichungen in ihrem Portfolio anhand ausgewählter Kennzahlen.
Was sind wissenschaftsbasierte Ziele?
Wissenschaftsbasierte Ziele (Science Based Targets – SBTs) konzentrieren sich nicht auf die Organisation, ihr wirtschaftliches Umfeld oder ihre Fähigkeit, ein vordefiniertes und erreichbares Ziel zu erreichen. Vielmehr orientieren sie sich an der Klimawissenschaft und daran, was zu tun ist, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat hier eindeutig festgestellt, dass eine Halbierung der globalen Emissionen bis 2030 notwendig ist, um eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1.5 °C und einen Netto-Null-Status bis 2050 zu erreichen.
Im Wesentlichen legen die SBTs Emissionsreduktionspfade fest, welche die globalen Massnahmen unterstützen, die zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf dieses Niveau erforderlich sind.
Seit der Einführung des Netto-Null-Standards müssen Organisationen sowohl kurz- als auch langfristige Emissionsreduktionsziele festlegen, um den wissenschaftlich festgesetzten Netto-Null-Status zu erreichen. Die kurzfristigen Ziele sollten sich auf die Emissionsreduzierung in den nächsten fünf bis zehn Jahren und die langfristigen Ziele auf die Erreichung von Netto-Null bis 2050 konzentrieren, ausgerichtet auf den Reduktionspfad von 1.5 °C.