5. Zinsrisiken

5.1 Zinsrisiken: Ziele und Richtlinien für das Management des Bankenbuchs (IRRBBA) Konzern1

a)

Definition Zinsrisiken im Bankenbuch (IRRBB) zum Zwecke der Risikosteuerung und -messung

Die Zinsrisiken im Bankenbuch (IRRBB) umfassen folgende Risiken:

• Das Zinsneufestsetzungsrisiko ergibt sich aus einer zeitlichen Inkongruenz zwischen dem Repricing von Aktiven, Passiven und Ausserbilanzpositionen.

• Das Basisrisiko ergibt sich aus unterschiedlichen Zinskurven, die für das Repricing von Aktiven, Passiven und Ausserbilanzpositionen zur Anwendung kommen.

• Das Optionsrisiko ergibt sich aus Optionalitäten, die von der Bank und/oder den Kunden bzw. Gegenparteien ausgeübt werden können.2

b)

Strategie zur Steuerung des IRRBB

Grundlage der IRRBB-Steuerung ist die Festlegung einer langfristigen Anlagestrategie für das Eigenkapital als Residualgrösse der Zinsbindungsbilanz. Das Ziel dieser Anlagestrategie ist die Erwirtschaftung eines Strukturbeitrags, welcher die aktiv- und passivseitigen Konditionenbeiträge optimal ergänzt und damit zu einer Optimierung der laufenden und zukünftigen Gesamtbank-Zinsergebnisse (Net interest income - NII) beiträgt. Die Anlagestrategie wird auf der Basis von NII-Simulationen über mehrere 5-jährige Zinsszenarien festgelegt und jährlich überprüft. Diese Zinsszenarien decken einen breiten Fächer von stark sinkenden bis zu stark steigenden Zinsen ab, so dass sich allfällige IRRBB-Risiken über den simulierten Zeithorizont im NII niederschlagen.

c)

Periodizität der Berechnung und Beschreibung der IRRBB-Messgrössen

Als Zinsrisikotoleranz legt der Bankrat für die Barwert-Sensitivität (∆EVE, d.h. Eigenkapital-Barwertveränderung bei FINMA-Zinsshift Parallel-Up im Verhältnis zum Tier-1 Kapital) eine Maximal- und Minimal-Limite fest, welche monatlich gemessen und rapportiert wird.

d)

Zinsstress- und Zinsschock-Szenarien

Als Zinsstress-Szenarien für NII-Simulationen kommen mehrere 5-jährige Szenarien zur Anwendung, welche einen breiten Fächer von stark sinkenden (negativer Stress) bis zu stark steigenden Zinsen (positiver Stress) abdecken. Als Zinsschock-Szenarien für ∆EVE-Berechnungen kommen die sechs aufsichtsrechtlichen Szenarien und weitere interne, historische und hypothetische Szenarien zur Anwendung.

e)

Abweichende Modellannahmen

Hinsichtlich der ∆EVE-Berechnungen gibt es keine Abweichungen zwischen den internen Berechnungen und denjenigen gemäss Tabelle IRRBB1. Auf Grund der teilweise praxisfremden Vorgaben zur NII-Berechnung gemäss Tabelle IRRBB1 (v.a. konstante Bilanzstruktur, konstante Gewinnmarge als Komponente der Kundenkondition) werden für die internen NII-Berechnungen abweichende Modellannahmen verwendet.

f)

Steuerung des IRRBB

Die Anlagestrategie wird durch den Fachausschuss Bilanzstrukturrisiken (ALCO) mittels bilanzwirksamen Instrumenten (z.B. Finanzanlagen, Anleihen, etc.) und/oder mittels Derivaten (v.a. Interest Rate Swaps, Devisenswaps) laufend umgesetzt. Auf taktische Abweichungen wird im Laufzeitenbereich > 5 Jahre weitgehend verzichtet. Der Zinserfolg der eingesetzten Derivate wird mittels Hedge Accounting vom Handelserfolg in den Zinserfolg umgebucht, siehe Geschäftsbericht3.

g)

Wesentliche Modellierungs- und Parameterannahmen

1-3)

Zur Berechnung der Zahlungsströme der einzelnen Kontrakte bzw. Transaktionen werden die vereinbarten Zinssätze unter Berücksichtigung der exakten (Rest-)Laufzeit verwendet. Zahlungsströme in CHF werden mit den IRS-Sätzen vs. SARON, Zahlungsströme in EUR mit IRS-Sätzen vs. ESTR und übrige Zahlungsströme in Fremdwährung mit IRS-Sätzen vs. SOFR abdiskontiert.

4)

Die Bestimmung der Änderung der zukünftigen Erträge in Tabelle IRRBB1 erfolgt gemäss den Erläuterungen zur Offenlegung (Tabelle IRRBB1) bzw. zur Zinsrisikomeldung (ZIR_U) der SNB bzw. FINMA.

5)

Die variablen Positionen werden mittels Replikations-Portfolios abgebildet. Bei den Kundeneinlagen auf Sicht erfolgt dabei als erstes eine Differenzierung zwischen stabilen und instabilen Einlagen. In einem zweiten Schritt erfolgt die Unterscheidung der stabilen Einlagen in Core und Non-Core. Der Core wird langfristig, überjährig repliziert und der Non-Core und das instabile Volumen werden kurzfristig, unterjährig repliziert.

6)

Ordentliche, zukünftige Amortisationen auf festverzinslichen Kundenausleihungen werden in der Zinsrisikomessung erfasst. Bei ausserordentlichen Amortisationen auf festverzinslichen Kundenausleihungen ist eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, weshalb solche Rückzahlungsoptionen in der Zinsrisikomessung nicht zu berücksichtigen sind.

7)

Bei ausserordentlichen Abzügen von festverzinslichen Kundeneinlagen ist eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, weshalb solche Abzugsoptionen in der Zinsrisikomessung nicht zu berücksichtigen sind.

8)

Automatische, verhaltensunabhängige Zinsoptionen im Bankenbuch sind unwesentlich und werden deshalb in der Zinsrisikomessung nicht erfasst.

9)

Lineare Derivate (v.a. Interest Rate Swaps, Devisenswaps) werden zur Zinsrisiko-Steuerung eingesetzt. Nicht-lineare Derivate im Bankenbuch sind unwesentlich und werden deshalb in der Zinsrisikomessung nicht erfasst.

10)

Für die Währungen CHF, EUR und USD kommen die jeweiligen, vorgegebenen Zinsschock-Szenarien zur Anwendung. Für die übrigen Währungen kommt das ETC-Zinsschock-Szenario zur Anwendung.

1Die Kommentare beziehen sich auf das Stammhaus.

2Das grösste Optionsrisiko beinhalten aktuell die Kundeneinlagen auf Sicht.

3Siehe nachfolgenden Link:

Geschäftsbericht per 31.12.2025

5.2 Zinsrisiken: quantitative Informationen zur Positionsstruktur und Zinsneufestsetzung (IRRBBA1) Konzern1

Volumen in CHF Mio.2

Durchschnittliche Zins­neufestsetzungsfrist (in Jahren)2

Maximale Zinsn­eufestsetzungsfrist (in Jahren) für Positionen mit modellierter (nicht deterministischer) Bestimmung des Zins­neufestsetzungsdatums

Total

Davon CHF

Davon andere wesentliche Währungen, die mehr als 10 % der Vermögenswerte oder Verpflichtungen der Bilanzsumme ausmachen

Total

Davon CHF

Total

Davon CHF

Bestimmtes Zinsneufestsetzungsdatum

Forderungen gegenüber Banken

-

-

-

-

-

Forderungen gegenüber Kunden

2’886

2’286

-

2.02

2.00

Geldmarkthypotheken

4’957

4’957

-

0.02

0.02

Festhypotheken

18’468

18’468

-

3.60

3.60

Finanzanlagen

2’645

2’645

-

6.78

6.78

Übrige Forderungen

-

-

-

-

-

Forderungen aus Zinsderivaten3

7’185

6’145

-

5.32

6.21

Verpflichtungen gegenüber Banken

4’502

4’172

-

0.11

0.11

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen

1’216

807

-

0.64

0.88

Kassenobligationen

-

-

-

-

-

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

7’943

7’943

-

7.94

7.94

Übrige Verpflichtungen

-

-

-

-

-

Verpflichtungen aus Zinsderivaten3

6’769

6’583

-

0.87

0.82

Unbestimmtes Zinsneufestsetzungsdatum4

Forderungen gegenüber Banken

58

3

-

0.08

0.08

Forderungen gegenüber Kunden

244

240

-

0.25

0.25

Variable Hypothekarforderungen

64

64

-

0.25

0.25

Übrige Forderungen auf Sicht

-

-

-

-

-

Verpflichtungen auf Sicht in Privatkonti und Kontokorrentkonti

11’162

10’673

-

1.89

1.91

Übrige Verpflichtungen auf Sicht

1’225

1’170

-

0.07

0.07

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen, kündbar aber nicht übertragbar (Spargelder)

7’127

6’931

-

1.48

1.48

Total

2.21

2.21

1Die Zahlen entsprechen den Werten des Stammhauses.

2Als Basis der Angaben dienen die an die Schweizer Nationalbank übermittelten Daten der Zinsrisikomeldung.

3Zinsderivate werden in Zahler und Empfänger aufgeteilt. Entsprechend werden diese sowohl bei den Forderungen als auch Verpflichtungen aus Zinsderivaten ausgewiesen.

4Die Spalte «Durchschnittliche Zinsneufestsetzungsfrist (in Jahren)» bestimmt sich aus der modellmässigen Abbildung.

5.3 Zinsrisiken: Quantitative Informationen zum Barwert und Zinsertrag (IRRBB1) Konzern1

in CHF 1'000

∆EVE (Änderung des Barwerts)

∆NII (Änderung des Ertragswerts)

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

Parallelverschiebung nach oben

–379’897

–394’471

32’828

31’094

Parallelverschiebung nach unten

541’457

548’852

129’940

124’036

Steepener-Schock2

–72’103

–81’991

Flattener-Schock3

15’115

21’230

Anstieg kurzfristiger Zinsen

–119’559

–119’849

Sinken kurzfristiger Zinsen

186’391

182’481

Maximum

–379’897

–394’471

32’828

31’094

Periode

31.12.2025

31.12.2024

Kernkapital (Tier 1)

2’878’748

2’833’566

1Die Zahlen entsprechen den Werten des Stammhauses.

2Sinken der kurzfristigen Zinsen in Kombination mit Anstieg der langfristigen Zinsen.

3Anstieg der kurzfristigen Zinsen in Kombination mit Sinken der langfristigen Zinsen.

Detaillierte Informationen zur Bedeutung der ausgewiesenen Werte sind im Offenlegungsbericht im Kapitel 5.1 «Zinsrisiken: Ziele und Richtlinien für das Zinsrisikomanagement des Bankenbuchs (IRRBBA) Konzern», Buchstabe g), Ziffer 1-10 ersichtlich.